Nach Tulsa King ist Garrett Hedlund auch einem größeren Publikum bekannt geworden. Dort spielt er Stallones rechte Hand und gibt eine sehr gute Figur ab. Umso größer war die Vorfreude auf seine nächste Hauptrolle, zumal der Trailer sehr verheißungsvoll war. Das Ergebnis ist recht zwiespältig. Nein, schlecht ist der Film im Grunde nicht geworden. Fernab vom Direct-to-Stream-Markt ist das ein gut produziertes B-Movie, dass durchaus auch im Kino laufen könnte. Optisch und darstellerisch gibt der Film durchaus was her, für einen Film dieser Art auch recht stark besetzt. Die Story ist ungewöhnlich aber höchst interessant, im weiteren Verlauf aber nicht immer plausibel und unnötig in die Länge gezogen.
Hedlund spielt einen Schläger und Handlanger seines kriminellen Onkels, der in der örtlichen Kleinstadt den Ton angibt. Als sein kleiner Sohn beim Spielen auf Eisenbahngleisen ums Leben kommt und es so scheint, als solle der Vorfall vertuscht und als Kinder-Selbstmord verschleiert werden, dreht er durch und entführt eines der beteiligten Kinder, das er für den Tod des Sohnes verantwortlich macht. Dieses aber nun ist das Adoptivkind eines lokalen Politikers, von dessen bevorstehender Wahl zum Senator sowohl der Gangsterboss als auch der Sheriff profitieren würden. Und so wird die Jagd eröffnet, wobei auch der Junge zur Zielscheibe wird, denn die fortwährenden Misshandlungen an ihm sollen ebenfalls nicht ans Tageslicht.
Hätte ein richtig guter Film werden können, weist aber zu viele kleine Makel auf. Zum einen zieht sich der Film unglaublich, besonders in der ersten Filmhälfte. Spannung kommt dadurch so gut wie keine auf. Dann neigt Hedlund etwas zum Overacting, seine deutsche Synchro ist zudem recht schwach. Die Darstellung des gebrochenen Vaters kommt zwar glaubhaft rüber, gefällt aber nicht, weil zu laut und zu polternd. Die Nebenrollen sind gut besetzt, die Figur des bösen Senators wirkt aber zu künstlich. Das Ende ist ebenfalls etwas unglücklich, wobei die allerletzte Szene dann wieder schön gemacht ist und für so einiges entschädigt.
Unterm Strich gute 6 Sterne für ein Werk, aus dem man mehr hätte rausholen können.