Review
von ZitoFrank
Die Schwestern Hillary und Felice werden im Alter von ca. 7 Jahren getrennt, da Felice auf eine besondere Schule gehen soll. Die Fahrt unternimmt sie mit ihrer Tante in einem Zug. Bei der Verabschiedung haben die Geschwister ein sehr herzliches Verhältnis. Auf dem Weg in die neuen Schule fängt Felices Tante an sie zu würgen und ihr einen Kuss aufzudrücken. Wenig später findet man die entstellte und mumifizierte Leiche der Tante. Felice aber steigt aus dem Zug aus und beäugt glücklich die Umgebung.
25 Jahre später. Hillary hat sich ein erfolgreiches Leben mit einem Architekten als Mann und ihrer Tochter Amy aufgebaut. Bei der Feier der Konfirmation ihrer Tochter erhält sie einen Anruf von Felice, die sie unbedingt treffen möchte. Hillary blockt ab und geht voller Unbehagen von Zuhause fort, um in der Stadt eine Waffe zu kaufen, da passiert ein Unfall, der Hillary das Leben kostet. Der Unfall ist zugleich Anfang eines blutigen Reigens bei dem Felice auf der Bildfläche erscheint und Amy mittels schwarzmagischer Kräfte einen solchen Kuss aufdrücken möchte, wie sie ihn selbst als Kind erhalten hat. Jeder der ihr dabei im Weg steht muss sterben.
The Kiss ist typischer 80er/90er anglo-amerikanischer Horror wie er im Buche steht. Ende der 80er gedreht atmet der Film schon viel 90er Flair. Nicht die Musik steht im Vordergrund sondern die Teenagerprotagonistin, die sich von der Welt der Erwachsenen unverstanden fühlt und zT sogar bedroht wird. Das alles kann, muss aber nicht als Allegorie auf der Schwelle des Erwachsenwerdens verstanden werden. Es verbleibt insoweit bei Andeutungen, die es nicht schaffen, der Story einen entsprechenden Tiefgang zu verleihen. Vielmehr steht die zT sehr naive Zurschaustellung der schwarzmagischen Rituale im Vordergrund. Hierbei setzt der Regisseur sehr auf Gruseleffekte, die sich auf die übersinnliche Macht und auch ein Recht trashiges Katzenmonster konzentrieren. Die Atmosphäre ist dabei durchaus gelungen, mich hat der Film jedenfalls in seinen Bann gezogen. Trotz des Trash, der in Teilen ganz offenkundig zu Tage tritt.
Dennoch oder gerade deswegen hat mir der Film aber sehr gut gefallen. Er versucht nicht mehr zu sein als er ist. Ein kleines nettes Horrorfilmchen, bei dem sich die Beteiligten aber redlich Mühe gegeben und das notwendige Herzblut investiert haben. Insgesamt sehr unterhaltsam mit sympathischen Darstellern, ein zwei netten Splattereffekten und einer frischen Story, die keine reine Kopie altbewährter Motive darstellt. Insoweit eine kleine Perle, die einen Blick wert ist!