Inhalt:
Japan..., Mitte der 1970er Jahre.
Eine Pachinko-Hölle wird überfallen..., und die Einrichung dieses Etablissements zerstört.
Zudem werden einige Männer verletzt.
Einer dieser Männer wird von einem Mann, der ein exzellenter Karate-Fighter ist, zu einem Arzt gebracht.
Dieser Mann ist... Chiko (Sonny Chiba). Vom Arzt erfährt Chiko die Hintergründe zu dieser Tat:
Der Ober-Boss der Yakuzas... Kelso, ist tot. Kelso hat Heroin im Millionen-Wert irgendwo versteckt..., und die Bande zerfiel. Zwei Gangs sind daraus durch Abspaltung entstanden.
Und zwei Brüder stehen sich nunmehr als Todfeinde gegenüber..., Nishi und Iga. die jeweils eine der Banden anführen...!
Beide führen einen erbitterten Kampf um die Vorherrschaft.
Chiko begegnet einem kleinen Jungen..., Nano.
Nano ist der Sohn eines Mannes, der wie ein Samurai gekleidet ist, und auch die Fechtkunst dieser Krieger beherrscht.
Hiko (Isao Natsuyaki) ist der Name dieses Mannes.
Chiko will die beiden Banden gegeneinander ausspielen..., und an den Drogen-Schatz von Kelso gelangen.
Chiko dient sich der Bande von Iga an, nachdem er den Bodyguard von Iga in einem Duell besiegte.
Hiko indes... arbeitet für Nishi.
Der Kampf der Gangs spitzt sich immer mehr zu. Und die Iga-Gang bringt Nano in ihre Gewalt.
Erst mal gilt es den Jungen zu befreien..., doch Hiko und Chiko bündeln ihre Kräfte nicht: Es kommt zum Duell der beiden Männer..., als Chiko den Drogen-Schatz entdeckt.
Und danach finden die beiden Banden wieder zueinander..., und sie wollen Chiko als unliebsamen Mitwisser loswerden.... und töten.
Doch der Karateka nimmt es mit der gesamten, nunmehr wieder vereinten Bande auf..., an einem Strand steht Chiko ca. 30 Männern in einem gnadenlosen Show-Down gegenüber.
Es kommt zum blutigen Kampf auf Leben oder Tod......
Fazit:
Für manche Sushi-Eastern-Fans ist dies der inoffizielle "4. Teil" des "Streetfighter"-Serials (siehe meine Reviews auf dieser website)..., und dieser flott-kompakte Karate-Actioner hat in der Tat einige Zutaten dieser Trilogie.
Im Jahre 1976 entstand unter der Regie von Katzuhiko Yamaguchi -der auch schon die Oyama-Trilogie mit Sonny Chiba dirigierte- ein strikt-stringent in Szene gesetzter, leichte Unterhaltung bietender Sushi-Eastern, mit gängig-einfacher Story, hell-klaren Bildern, gutem Tempo, stilisierten Figuren die intensiv agieren, und jeder Menge kernig-dynamischer Karate-Action.
Viel mehr gibt es eigentlich zu diesem kompakten Karate-Actioner nicht zu sagen.
Die Story wird routiniert inszeniert, der Handlungsbogen strikt-flüssig in Szene gesetzt..., die Atmosphäre verdichtet sich, ein spannender Streifen, der zielstrebig in einen gedehnten Show-Down am Küsten-Strand mündet.
Die Story kommt einem bekannt vor..., der Film ist quasi ein Remake von "Yojimbo - Der Leibwächter" (siehe mein Review auf dieser website), einem Chanbara-Klassiker aus dem Jahre 1962 , von Akira Kurosawa mit Toshiro Mifune in der Hauptrolle gedreht.
Nur dass das Ganze in der Moderne spielt, aber einen "Samurai", den gibt es auch hier, was vielleicht auch als Hommage an den Kurosawa-Klassiker zu werten ist.
Ein Mann..., zwei Banden, und diese werden von zwei stilisiert-verzerrt dargestellten Brüdern angeführt. Und der Mann, verkörpert von Kampfmaschine Sonny Chiba, spielt diese beiden Gangs cool-clever gegeneinander aus.
Wie Mifune wird indes Chiba übel mitgespielt und es wird eng für den Helden, der nah an der Schwelle des Todes steht. Wie "Yojimbo" muss auch "Chiko" alles in einem finalen Kampf auf eine Karte setzen.
Das ist interessant..., der Chanbara-Klassiker, stilbildend für den chinesischen Eastern und den italienischen Western, wird in die Moderne der 1970er Jahre verlegt, und Chiba wandelt auf den Spuren von Mifune, Yamaguchi auf den Spuren von Kurosawa. Und doch ist "Karate Warriors" natürlich eine leichte Unterhaltung, und dieser Film in der Machart eher an den "Streetfihgter"-Streifen orientiert.
Dennoch ist der Film als Quasi-Remake insbesondere für die Martial-Arts-Fans interessant.
Sonny Chiba ist hier der Hauptakteur..., die Karate-Kampf-Sau, der letztendlich einmal mehr einsame, harte Fighter.
Cool-clever, doch auch verletzlich..., auch mal eine weiche, soziale Seite aufzeigend, doch smart und eisenhart hinsichtlich der Villains, die er gegeneinander ausspielt und dann zum blutigen Kampf stellt.
Und er zeigt natürlich seine exquisiten Karate-Skills..., seinen knallharten, trockenen aber auch eleganten Kampfstil.
Etwas irritierend ist in der mir vorliegenden Fassung dieses Streifens Chiba´s englische Synchronstimme. Statt seiner originären Asthma-Stimme hört man hier eine Stimme, als ob Heinz Engelmann (bekannt als Synchronstimme von "Old Surehand" Stewart Granger in den deutschen Winnetou-Western) Chiba hier auf englisch synchronisiert hätte.
Doch man gewöhnte sich schnell daran und es hatte gar in der Tat etwas.
Isao Natsunaki ist der "Samurai", noch cooler, undurchschaubar, wortkarg..., kalt.
Und er bringt die Schwertkunst derr Samurai, Kendo... in diesen Film mit ein.
So ergibt sich eine hier überraschende, hochinteressante Mischung..., aus Karate und Kendo in der Action dieses Films.
Klasse Action, zu der ich noch abschließend kommen werde.
Die Frauen (Akiko Koyama, Akane Kawasaki)..., sie sind die gebeutelten, rumgeschubsten Lustobjekte..., und können einem Leid tun.
Die Yakuzas springen mit ihnen nicht gerade pfleglich um..., die Klamotten werden vom Leib gerissen, und selbiger mit einem Gürtel malträtiert.
Das bringt noch etwas Sexploitation in den Film, ala Japan.
In einer Gesellschaft wie der unserigen, in welcher Männer domestiziert sind, und von ihnen ja immer mehr erwartet wird, mindestens 100 Meter Abstand zu jeder Frau einzunehmen, ein Leben lang, bis auf Soft-Adonisse -die einen erhöhten Spielraum haben- jeder durchschnittlich aussehende Mann Distanz zu einer Frau einzuhalten hat..., da sind solche Szenen schon ein bisschen "Ventil".
Und machen somit Laune (obwohl ich trotz Unansehnlichkeit eine attraktive Neu-Frau habe).
Die Yakuzas..., sind mal wieder stilisiert-comicartig verzerrt dargestellt..., zwei Banden die sich voneinander abgespalten haben..., und ihre cool-schmierigen Mitglieder, mit zwei arroganten Bossen.
Das sind auch noch 2 Brüder, die sich bis auf´s Blut hassen, und Todfeinde sind.
Geile Szenen..., die nennen sich gegenseitig "Bastard", der eine ältere ein eher "bürokratisch-schmieriger" Typus, der andere jüngere so eine Art "Bolo Yeung"-Verschnitt mit Sonnenbrille und hitzig-nervöser Aura.
"Bastard"... so beschimpfen und bedrohen sie sich -als Brüder wohlgemerkt- gegenseitig. Das erinnerte mich an meinen Kumpel..., wir begrüßen uns gegenseitig mit "Na du Kakerlake."..., was aber freundschaftlich gemeint ist. Hier aber hassen sich diese sauberen Brüder bis auf´s Blut...!
In einer kleinen Nebenrolle..., als würfelspielende Fischerin..., Etsuko Shiomi..., Chiba´s Protégé in jenen Jahren.
Wichtigstes ist natürlich die Karate- und hier auch Kendo-Action.
Das sind kernige, knallharte und stilistisch gutklassige Karate-Fights, Sonny Chiba in Hochform, dynamische Choreographien und rasanter Drive.
Klasse Action..., und hier mal was anderes..., geschickt koppelt man hier die Aktionen in Echtzeit aufgenommen mit Slowmotion-Sequenzen..., ohne dass der Drive und die Dynamik in der Fight-Action dadurch abnimmt.
Das ist stark gemacht, und macht die Karate-Action hier besonders..., zuzüglich der hier interessanten Vermischung von Karate und Kendo-Schwertkampf.
Highlight ist natürlich das Finale an einem breiten, weiten Sand-Strand..., Chiba vs. 30 Yakuza.
"Karate Warriors"..., ein handwerklich sauberer, knallharter, flott-kompakter Sushi-Eastern mit Sonny Chiba in Hochform...!
7,5/10.