Laura spielt als Hobby gerne das " Ghost Game " . Dabei bricht man zu zweit in Häuser anderer Leute ein , installiert versteckte Kameras , bleibt eine Weile und lässt die Bewohner glauben , dass sie Geister in ihren Häusern haben , indem man z.B. Bilder falsch herum aufhängt oder Milch in Saftpackungen schüttet . Dabei gibt es drei Regeln : nichts stehlen , nicht entdeckt werden und einen Plan haben . Lauras neuer Freund Vin möchte bei ihrem neusten Spiel unbedingt mitmachen . Dieser führt sie ausgerechnet in das berüchtigte Halton House, in dem vor einigen Jahren eine Frau ihre gesamte Familie ertränkte . Laura und Vin kommen in der Nacht im Haus an , in der die neuen Besitzer - ein Alkoholiker/Schriftsteller mit autistischer Stieftochter nebst deren Mutter - in das Haus einziehen . Und auch Lauras unberechenbarer Ex-Ghost-Game-Partner Adrian taucht just in dem Moment auf . Wie nicht anders zu erwarten , beginnen sich bald unerklärliche Dinge zu ereignen , die nicht Teil von Lauras und Vins Ghost Game sind ...
" Ghost Game " ist eine Mischung aus Geisterfilm und Home Invasion , der mich fast von der ersten Sekunde an in seinen Bann ziehen konnte . Trotz einiger Verhaltensweisen der Figuren , die ich nicht so ganz nachvollziehen , aber in einem Film absolut akzeptieren kann .
So zieht die neue Familie einfach so in das verfallene und schon geisterbefallen wirkende Gemäuer ein ohne Anstalten zu machen zu renovieren , nur mal aufzuräumen oder wenigstens die gröbsten Spinnenweben zu entfernen . Die Ghost Gamer , wiederum , verhalten sich oft nicht gerade sehr unauffällig . Da brüllt man sich schon mal hemmungslos an , oder ruft laut , wenn man denkt ein Freund würde sich im dunklen Keller nähern . Auch sind einige Reaktionen des cholerischen Vaters ( besonders seine letzte Aktion ) schon ziemlich übertrieben . Mal abgesehen davon , dass es mir nicht sehr reizvoll erscheint mich tagelang in fremden Häusern zu verstecken , und Lauras und Vins Tage darin eher ziemlich langweilig erscheinen . Trotzdem kann der Film in zwei Fällen kräftig punkten .
Als da zum einen das Haus wäre , das schon von weitem wie ein Geisterhaus wirkt , und durchaus morbide und beeindruckend aussieht , und zweitens die falschen Fährten . Denn von denen werden so einige gelegt , so dass man dauerhaft unsicher ist , was denn nun hinter den mysteriösen Ereignissen steckt . Sind es " nur " die Geister der ermordeten Familie , ist es der gestörte Adrian , der geheimnisvolle und schnell verschwundene Hausmeister , der legendäre Ghost Gamer Wattley , eine finstere dämonische Macht , die autistische Tochter , der unsympathische Vater der neuen Familie , vielleicht gar Außerirdische oder etwas gänzlich anderes ? Zwar werden diese Fährten nicht gerade stark ausgearbeitet ( oft wird etwas nur kurz gesagt und dann nicht mehr erwähnt ) , doch irgendwann beginnt man sich als Zuschauer doch zu fragen , welchen Weg die Geschichte wohl einschlagen wird .
Das Ende kommt dabei durchaus überraschend und hat mich noch eine Weile an den Film denken lassen , wenn es auch nur war um über den Sinn des Gezeigten nachzudenken . Zwar wird nämlich eindeutig klar WAS für die Ereignisse verantwortlich ist , aber mir wurde nicht so ganz klar WARUM die Ereignisse genauso so heftig eintraten . Mehr will ich an der Stelle nicht sagen , um nichts weiteres zu spoilern .