Review

Ja, volle 7 Punkte für diese "Jäger der goldenen Himbeere"? Dazu möchte ich gleich festhalten, dass man diese Wertung keinesfalls nach cineatischen Gesichtspunkten durchleuchten sollte. Nein, diese Punkte verdient sich FEUERWALZE als einer der flottesten Trashfilme aller Zeiten.

Wo soll man bei dieser wundervollen Katastrophe anfangen? Bei der Kalauer-Synchro, die alle Bud-Spencer-und-Terence-Hill-Vertonungen glatt unterbietet? Bei Drehbuchlücken, in denen man die Bundeslade verstecken könnte? Oder doch bei dem dämlichsten Abenteurerduo, das je über eine Leinwand turnte?
Schlechte Indy-Kopien gibt es ja nun wirklich an jeder Ecke, aber bei keiner wird man wohl so herzlich lachen können wie hier.

Wo zum Beispiel drücken einem weise, alte Indianer zum Schutz vor bösen Geistern "gepresste Krümelkacke aus dem Medizinmanndiscount" in die Hand?
Wo sonst lesen böse Schamanen zur Steigerung ihrer telepathischen Fähigkeiten "Psi-Force"-Comics?
Und wo erblickt man noch Guerrilla-Chefs, die Corky heissen, Korken an der Hutkrempe spazieren führen und aussehen wie Sallah?

Dieser Film ist in jeder Szene so unglaublich daneben, dass man ihn wirklich als Trash-Videoabend-Stimmungskanone empfehlen kann, vorausgesetzt, die meisten Betrachter sind leidensfähige Freunde, kennen diesen Film schon und können Sätze wie "Das ist aztekisch. Der Sonnengott der Mayas" oder "Wenn weisse Menschen Geschenke bringen, dann bedeutet das, dass sie vorhaben, einen zu bescheissen" auswendig mitbeten. Das Ganze gedeckelt mit Promille, und der Abend ist gerettet.

Allein die Anzahl der Fehler rechtfertigt jedes Trinkspiel. Augenklappen, die munter ihre Position wechseln, Lichteffekte, die völlig unerklärlich aus dem Nichts kommen oder ein Chuck Norris, der in einer Szene von einem sinkenden Auto davonschwimmt, einen Schnitt später aber noch auf dem Dach sitzt. Prost!

Vielleicht (das ist jetzt aber ein ganz kleines Vielleicht) ist der Film in seiner Originalfassung ja nicht ganz so schwachsinnig (was letzten Endes nur kontraproduktiv sein kann, aber wer weiss, ich kenne die OF nicht), denn die deutsche Synchro tut nun wirklich alles Menschenmögliche, um komplette Niveauebbe zu verursachen. Da können Chinesen kein R sprechen, und Louis Gosset Jr. wird allen Ernstes der Beruf des Negerkussbäckers (!!!!) untergejubelt. Komplett verknödelt mit Witzen, die uns wissen lassen, dass es im Himalaya keine Bären, nicht mal Stachelbeeren gibt (autsch!), uns von Prärien erzählen, in denen kein Büffel scheisst (auweia!) und die die Mayas in Zusammenhang mit der Biene Maja stellen (auuuuua!), ist diese Vertonung eine Zeitreise in eine Epoche, in der sowas straffrei im Kino lief.

Schauspielerisch hingegen exzellent... ach nein, kleiner Scherz. Die Hauptdarsteller sind die reinsten Pappkameraden, denen es die bereits erwähnte Synchro allerdings hierzulande auch nicht leicht macht. Naja. Sonny Landham, Arnies Kumpel aus PREDATOR, darf hier munter die Augenklappe flippen lassen, und Will Sampson ist in seiner Rolle als Grosser Adler natürlich legendär. Kann mich auch nicht erinnern, dass der jemals etwas Vergleichbares und filmhistorisch Wertvolles auf die Beine gestellt hat, obwohl, da war dann noch so eine winzige Rolle in irgend so einem Film über eine Irrenanstalt...
Und dann wäre da noch (Ver)Corky, John "Es ist ein Abenteuerstreifen, also spiele ich da mit" Rhys-Davies in absoluter Oscar-Form, der uns unangenehm daran erinnert, dass sich dieser Film wohl ernsthaft in Konkurrenz zu Indiana Jones sah. Tja, so kann´s laufen.

Also, filmtechnisch betrachtet natürlich unterste Koje, und als Indy-Abklatsch vielleicht höchstens zwei Punkte wert. Aber auf der nach unten offenen Trash-Skala schlägt dieser Film gewaltig aus.

Viel Spaß.

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