Cannon versucht sich auf den Pfaden von Indy Jones und scheitert damit bei „Feuerwalze“ ebenso kläglich wie bei „River of Death“.
Statt eines einzelnen Schatzsuchers sind hier allerdings direkt zwei Glücksritter auf der Suche nach Geld und Ruhm, nämlich Max Donigan (Chuck Norris) und Leo Porter (Louis Gossett Jr.). Beide sind allerdings nur wenig erfolglos, bringen kaum Beute mit und kommen immer nur knapp mit dem Leben davon. Das sind ja mal ganz ungewohnte Rollen für die sonst eher heroischen Darsteller, wobei vor allem Chuck Norris bei Cannon sonst immer der totale Obermacker in den Cannon-Filmen ist.
Die beiden Pechvögel wittern ihre große Chance als die junge Patricia Goodwin (Melody Anderson) bei ihnen aufkreuzt und mit einer Schatzkarte rumwedelt, die großen Reichtum verheißt. Da man eh nichts Besseres vorhat, nimmt man Sack und Pack und macht sich auf die Suche nach dem Schatz…
„Feuerwalze“ ist ein ziemlich lahmes Rip-Off des großen Vorbildes und das in nahezu jeder Hinsicht, was schon bei der Optik anfängt. Egal ob Dschungel, Indianerreservat oder antike Grabstätte, alles kommt in öden Brauntönen daher, langweilt den Zuschauer und sieht in vielen Fällen dann auch noch extrem nach billiger Studiokulisse aus. Damit ist das exotische Flair, das Spielbergs Indy-Filme auszeichnete schon mal dahin, doch ähnlich uninteressant ist auch der Rest dieses schwachen Filmchens.
Da wäre noch die Geschichte, die nicht nur gänzlich spannungsfrei daherkommt, sondern auch noch wie wirres Flickwerk wirkt. Gelegentlich eingestreute Hinweise sorgen für Ortswechsel, doch jeder neue Schauplatz scheint fast gar nichts mit dem vorherigen zu tun zu haben. Zudem wird der eh schon dürftige Plot mit mäßig tollen Einfällen (natürlich herrscht gerade Revolution im Schatzsuchergebiet usw.) auf Spielfilmlänge gestreckt, was leider komplett vorhersehbar daherkommt. Dazu gibt es noch massig Logikfehler: Max ballert auf einen Angreifer, verfehlt ihn mehrmals und trifft erst mit dem letzten Schuss, die nächste Angreiferhorde kloppt er direkt darauf aber ökonomisch in Grund und Boden ohne Munition zu verschwenden usw.
Auch der Humor kann das dröge Indy-Plagiat nicht wirklich auflockern, zumal man hier statt der Ironie des Vorbilders übertriebenen Klamauk serviert bekommt. Ständig hauen sich die Abenteurer dumme Sprüche um die Ohren, von denen nur ein ganz geringer Prozentsatz zündet. Meistens wirken die Aktionen eher peinlich als lustig (z.B. als die Abenteurer in ihrer Priesterverkleidung Sterbesakramente erteilen sollen). Zudem laufen viele Gags eh immer nach dem gleichen Rezept ab: Max ist der ruhigere, toughere der beiden, während Leo etwas klüger, aber feiger, überdrehter und geldgieriger daherkommt. Immerhin kann man sich gelegentlich über die Kalauer amüsieren, aber nur wenn man seinen Anspruch auf Sonderurlaub schickt.
Darstellerisch erwartet man bei Cannon-Filmen eh nicht viel, aber auch hier kann „Feuerwalze“ die Erwartungen unterbieten. Chuck Norris ist schlecht wie immer, aber wenn er noch nicht mal den übertrieben harten Macker rauskehrt, dann ist er auch noch peinlich. Louis Gossett Jr. kommt da etwas besser weg, aber der Mann hat auch schon deutlich Besseres gedreht. Den Rest der Besetzung darf man dann ohne Reue in die Rubrik Totalausfall verbuchen, wobei es sich bis auf Ausnahmen wie John Rhys-Davies eh um No-Names handelt.
Da Chuck Norris mitspielt und der Film von Cannon ist, mag ja manch einer immerhin noch auf ein Kloppspektakel hoffen, doch auch in dieser Hinsicht enttäuscht „Feuerwalze“ weitestgehend. Immerhin ein paar Schlägereien gibt es zu bewundern und da gibt Norris dann auch angemessen auf die Moppe, ein paar nette Stunts bekommt man auch geboten, aber ansonsten ist es Essig mit Action.
Alles in allem ist „Feuerwalze“ ein reichlich misslungenes Indy-Plagiat, das vor allem an der lahmen Story und den Logiklöchern scheitert. Dank ein paar halbwegs amüsanter Klamaukgags und ein paar annehmbarer Kloppereien immerhin kein Totalausfall.