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Um aus dem Hype um Indiana Jones Kapital zu schlagen, ließ man Regisseur J. Lee Thompson (Death Wish 4, Ein Mann wie Dynamit) ein Jahr zuvor eine weitere Version von "Quatermain - Auf der Suche nach dem Schatz der Könige" inszenieren. Die Produktionsschmiede Cannon (Menahem Golan und Yoram Globus) ließ hierfür ein ordentliches Budget springen, während bei "Feuerwalze" an allen Ecken und Kanten gespart wurde, leider ganz besonders am Drehbuch. Robert Gosnell (Escape from Wildcat Canyon, Tiger Street) hat da irgendeine Geschichte um einen indianischen Geist hingerotzt, die weder Hand noch Fuß hat. Die deutsche Synchro macht daraus auch noch ein absolutes Kasperletheater und versieht die sowieso schon einfältigen Dialoge mit Witzen und Wortkombinationen die schon solch einen Bart haben. Selbst angeheitert schwer zu ertragen, jedoch hat dies kein Einfluss auf meine Bewertung. Auch ein Chuck Norris (Invasion U.S.A., Missing in Action) wollte mal von seiner üblichen Verkörperung des wortkargen Einzelgängers Abstand nehmen, zudem hat er nicht vergessen, wem er einen Großteil seines Ruhms zu verdanken hat. Cannon ist maßgeblich an seiner Karriere beteiligt, jedoch scheint auch Norris das Drehbuch nicht ganz geschmeckt zu haben, denn seine sowieso sehr beschränkte Mimik und Gestik ist hier gar nicht vorhanden.

Zusammen mit seinem Kumpel und Partner Leo Porter (Louis Gossett Jr.) hat Max Donigan (Chuck Norris) schon einige Abenteuer erlebt. Nun werden sie von Patricia Goodwin (Melody Anderson) angeheuert, um einen großen Goldschatz zu finden. Leider kommen sie dabei dem Indianer El Coyote (Sonny Landham) in die Quere, der sich mit HIlfe eines Rituals die Kräfte seiner Vorfahren einverleiben will. Überhaupt verläuft die Jagd nach dem Gold sehr turbulent, da plötzlich noch andere Parteien mitmischen.
Das Ganze ergibt nicht den geringsten Sinn. Da will El Coyote unserem Trio einen speziellen Dolch abjagen, den er sich schon lange hätte selbst aus der Höhle holen konnen. Und warum benötigt er ausgerechnet Patricia als Menschenopfer für seine Zeremonie? Da hat Gosnell willkürlich irgendwelche Elemente zu einem ungenießbaren Brei zusammengerührt, der keinerlei Überraschungen zu bieten hat. Im Gegensatz zu Indiana Jones treibt Max, Leo und Patricia nur die pure Geldgier an und nicht der eigentliche Wert verschollener Artefakte. Auch blickt man oft gar nicht durch, welchen Anhaltspunkten das Trio überhaupt folgt. Es gilt keinerlei Rätsel zu lösen, sondern es gibt einzig und allein eine Schatzkarte, die zum Dolch führt.

Nicht mal die Kulissen wissen zu überzeugen, eine gewisse Exotik oder Bedrohung ist nie vorhanden, oft besteht der Hintergrund sichtlich aus Pappe. Einen guten Score gibt es auch nicht und so bleibt dem Zuschauer nichts anderes übrig, als sich an den wenigen Gefahren zu ergötzen, welchen das Trio ausgesetzt ist. Höhepunkt ist dabei eine kleine Kneipenschlägerei, die sogar ganz nett choreographiert ist. Desweiteren legt man sich mit ein paar Indianern an und muss sich bei der Flucht vor dem Militär verkleiden. Schließlich versenkt man noch ein Auto im Fluss, um im lahmen Finale noch einzig gegen El Coyote anzutreten. Richtige Actionszenen hat "Feuerwalze" nicht zu bieten und außer ein paar Kampfeinlagen von Norris auch keinerlei Schauwerte. Stattdessen gibt es eine sich anbahnende Lovestory zwischen Max und Patricia und im tiefsten Dschungel trifft man noch auf einen alten Kumpel (John Rhys-Davies) der scheinbar nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. Dies reicht in keinster Weise aus, um die über hundert Minuten ohne Durchhänger zu bestehen. Und für solch einen Schrott gibt sich Louis Gossett Jr. (The Punisher, Der Prinzipal) her, der normalerweise in einer anderen Liga spielt. Auch Sonny Landham (Predator, Nur 48 Stunden) gibt eine traurige Vorstellung und John Rhys-Davies (Indiana Jones, The Ferryman) scheint sich für nichts zu schade zu sein.

Ein Trauerspiel von Anfang bis Ende, einen gewissen Unterhaltungswert bezieht "Feuerwalze" aus seinen unfreiwllig komischen Dialogen und ein paar Kampfszenen. Ansonsten kämpfen sich lustlose Darsteller durch einen Minimalplot mit zahlreichen Logikpatzern.

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