Review

Chuck Norris, ein Konsorte und eine Frau jagen einen Schatz - und werden prompt zu Gejagten!

In den 80ern gab's manchmal echt viel zu lachen, wer den Beweis haben will, kann ihn bei "Feuerwalze" finden. Eine offensichtlich bei "Indiana Jones" geklaute Story, die anscheinend nur durch Zufälle vorankommt und sichtbar um Ironie bemüht ist, sorgt für viel Heiterkeit an allen Ecken und Enden. Selten darf man in einem Abenteuerfilm derart groteske Wendungen "bestaunen" und sich über jämmerliche Figurenzeichnung sowie Ausstattung amüsieren. Vor allem die Kostüme sind der Hammer, denn unsere drei Helden sehen eher aus wie Touristen, nicht wie todesmutige Abenteurer, außerdem erfüllen Eingeborene und der Bösewicht hier sämtliche Klischees, was Aussehen und Verhaltensweise angeht.

Jeder Beschreibung spotten die Schauspieler. Louis Gossett Jr. ist der typisch-schwarze Partner, der einen schlechten Witz nach dem anderen von sich gibt, eben wie in einem mäßigen Buddymovie. Manfred Lehmann als Synchronsprecher darf dabei übrigens einmal so richtig nerven. Melody Anderson ist eigentlich völlig überflüssig und fällt ausschließlich durch dumme Verhaltenweisen als durch erotische Ausstrahlung auf (und ist eine offensichtliche Kate-Capshaw-Kopie). Der Abschuss ist natürlich Chuck Norris, dessen Gesichtsausdruck in jeder Szene zum totlachen einlädt. Er war halt zu dieser Zeit gerade angesagt, außerdem hat er denn Special-Sidekick-Leo voll drauf, was exzessiv in Slow-Mo ausgewalzt wird. Ach ja: Um das Indy-Feeling zu komplettieren, ist natürlich auch John Rhys-Davies in einer Nebenrolle mit an Bord. (Meine Herren, der muss das Geld gebraucht haben!)

So scheiße wie das alles ist, so kurzweilig ist es auch. Total bekloppt, in nostalgisch-unbeschwerter 80er-Jahre-Optik eingefangen, eignet sich "Feuerwalze" prima als Nebenbeschäftigung, wenn man gerade was anderes zu tun hat und ein Fernseher im Zimmer steht. Und der dauerhafte Zustand unfreiwilliger Komik ist auch nicht zu verachten!

Details
Ähnliche Filme