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Vorab eine kleine Triggerwarnung für Tierhorrorfreunde der Marke Asylum: Der vorliegende Streifen enthält eine Handlung, er impliziert nachvollziehbar handelnde Charaktere und zeigt Bilder eines Hais, der annähernd echt aussieht. Wenn Ihr derartige Inhalte nicht ertragen könnt, wartet bitte auf den nächsten Beitrag von Asylum.

Australien, kurz nach Kriegsende in den 1940ern: Gangster um Boss Dylan verlieren während eines Transports ihre wertvolle Fracht, welche mit dem Auto baden geht. Zur Bergung heuern die Ganoven drei erfahrene Taucher um Clara an, die nichts vom Hintergrund ihrer Auftraggeber ahnen. Und noch weiß niemand, dass hier ein angriffslustiger Bullenhai seine Runden zieht…

Eine Reise in die 40er ist allein schon eine interessante Idee, um Inhalte eines klassischen Gangsterfilms, mit denen des Tierhorrors zu verbinden. Keinen modernen Schnickschnack und die Konzentration aufs Wesentliche, wobei die sechs relevanten Figuren kurz, aber gelungen eingeführt werden. Ernie leitet die „Seadog“ und ist versoffen aber gutmütig, Aborigine Jimmy ist ein technischer Tüftler, während Clara auf diesem Gebiet und zu jener Zeit einen Sonderstatus inne hat und folgerichtig vom Gangsterboss belächelt wird, der zugleich natürlich ein Rassist ist. Diesem Unsympathen folgen ein klischeemäßiger Ostblockschurke mit Pornobremse und fetter Narbe und ein charakterlich noch nicht fertiges Jüngelchen.

Da sich die Handlung nahezu ausschließlich auf den See und dessen Inhalt beschränkt, war der Produktionsaufwand vermutlich eher gering, doch das Prinzip des Bangemachens funktioniert spätestens nach der ersten Haiattacke. Das Tier tritt wohl dosiert in Erscheinung und da die Beteiligten selbst beim Tauchen kaum weiter als zwei Meter schauen können, ließen sich eventuelle Makel bei den CGI recht gut kaschieren. Blut fließt immerhin schon, denn abgesehen von einem Stich im Hals gibt es einige Fleischwunden und ein abgetrenntes Bein und anders als bei billigen Genrependants auch den direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier.

Es ist eine taugliche Dynamik im Spiel und beinahe hätte man sich gewünscht, dass es einige Szenen mehr außerhalb des Wassers geben würde, wobei auch die Tauchgänge mit oller schwerer Taucherglocke effektiv mit eingeschränktem Sichtfeld festgehalten wurden.
Spannung ist zumindest gegeben und auch die Performances können durch die Bank überzeugen, während sich der Score zwar insgesamt etwas zurückhält, die jeweiligen Stimmungen jedoch angemessen untermalt.

Die eher simple Konstellation ist allerdings Fluch und Segen zugleich, denn man hätte den Hai gerne ein paar Mal mehr zuschnappen sehen, während die Geschichte ab einem bestimmten Zeitpunkt in erahnbaren Bahnen verläuft.
Dennoch ein sehenswerter Genrebeitrag, der trotz seiner simplen Prämisse flüssig und zugleich kurzweilig auf den Punkt kommt.
7 von 10  


 




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