Glaubt man den Umfragen vergangener Jahre, leben in Finnland noch immer die glücklichsten Menschen, obgleich wenig Licht, viel Schnee und noch mehr Kälte deutlich dagegen sprechen. Einen Eindruck dieser Umstände vermittelt Regisseur Dome Karukoski mit seiner eigenwilligen Mischung aus Drama, Komödie und Krimi.
Hurmevaara ist eine verschneite Gemeinde, die auch Klein Sibirien genannt wird und in der sich wenig ereignet, bis ein faustgroßer Meteorit in ein Autodach einschlägt. Das vermeintlich wertvolle Gestein wird fortan vom Dorfpriester Joel bewacht, denn dieses weckt das Interesse von Kriminellen und solchen die es werden wollen…
Dass es mit den meisten Figuren ein bitteres Ende nehmen könnte, untermauert bereits der Einstieg, als jemand mit einem Messer in der Brust im Eis liegt. Man hat es mit nahezu durchweg gescheiterten Existenzen zu tun, welche im Lauf der Jahre hier gestrandet sind und auch Joel hat ein Problem: Seine Frau Krista ist unerwartet schwanger, doch Joel ist nach einer Kriegsverletzung unfruchtbar.
Es gibt eine Handvoll skurriler Erscheinungen, wobei das Figurengeflecht weitgehend überschaubar bleibt. Jedoch gerät der Meteorit eher in den Hintergrund, während Eifersucht, Missgunst, oder zumindest Argwohn in der Gemeinde herrschen. Dies fügt sich natürlich wunderbar in die eisige Kulisse, denn lediglich der latent Betrunkene gibt stets Vollgas, während sich die meisten eher vorsichtig übers Eis bewegen. Entsprechend sorgt das Setting für eine gelungene Atmosphäre, unterstützt von einem zumeist eher spärlich eingesetzten, jedoch passend abgestimmten Score.
Die Geschichte selbst kommt allerdings nie so recht in Gang und wirkt in einigen Belangen unangenehm altbacken. Speziell das Eifersuchtsdrama um die vermeintlich unmögliche Empfängnis dreht sich spannungsfrei im Kreis, aber auch die kriminellen Machenschaften am Rande wirken eher angedeutet, als dass mal jemand auf den Putz haut. Zudem sind einige Nebenhandlungsstränge kaum zu Ende gedacht, wenn Leichen verschwinden oder Allianzen plötzlich nichtig werden.
Zwar wirken einige wenige Figuren sympathisch, doch wirklich witzig gestaltet sich das Treiben zu keiner Zeit. Eher mutet es ein wenig bizarr an, jedoch in harmloser Form und ohne jemals überdreht zu wirken, so dass der Funke auch auf dieser Ebene kaum überspringt.
Hierzu gesellen sich einige recht ruhige Passagen, welche erst gar keine Dynamik aufkommen lassen, obgleich man gegen Showdown versucht, die Ereignisse etwas zu kompensieren.
Die treffend besetzten Darsteller performen mit soliden Leistungen noch recht passabel gegen das fade Drehbuch an, doch retten können auch die nicht mehr die Belanglosigkeit, welche trotz minimaler Gewaltausbrüche vorherrscht. Die Pointe führt ebenso ins Leere wie einige gut gemeinte philosophische Ausführungen über Gott, das All und Vorherbestimmungen.
Die eigenwillige Stimmung kittet noch ein wenig, der Gesamteindruck faden Inhalts bleibt.
4,5 von 10