Ted Post hatte bereits mit Clint Eastwood ein paar kernige Männerfilme gedreht ehe er 1979 mit „Black Fighter“ eines der frühen Chuck Norris Vehikel fabrizierte.
Vom Sujet her bereitet „Black Fighter“ beinahe den Weg für „Missing in Action“, denn auch hier geht es (zumindest in der Anfangsphase) um Kriegsgefangene, die immer noch in Vietnam gefangen gehalten werden. Natürlich verhandeln breitärschige Politiker und windige Geheimdienstler, was man machen soll, um die Öffentlichkeit bloß nicht zu verärgern, während die Männer da in Lagern versauern, da weht bereits im Ansatz der working class Gedanke des 80er Jahre Actionfilms durch „Black Fighter“.
John T. Booker (Chuck Norris) und die Einheit der Black Tigers sollen nun Beweise erbringen, eventuell auch ein paar Männer raushauen. Genau das tun sie auch, doch die feigen Bürokraten bevorzugen es, sie im Dschungel versauern zu lassen, um das politische Klima nicht zu gefährden. Das führt immerhin zu einer netten Ballerszene (der besten des ganzen Films), die Flucht spart man dann aber doch ein, stattdessen ein Zeitsprung, wenn die Überlebenden der Truppe es in die USA geschafft haben und dort voller Groll leben.
Journalistin Margaret (Anne Archer) kommt auf die Spur der Aktion von damals – leider jedoch auch fieselige Subjekte, die sukzessive die Überlebenden der Black Tiger Operation umnieten. Doch Booker ist jemand, der nicht so leicht zu erledigen ist...
Das könnte als ein früher Chuck Norris Actionfilm sein, ist allerdings als Politreißer angelegt und kommt mit recht wenig Krawall aus. Das Spektakulärste ist bereits die Ballersequenz zu Beginn, danach darf man immerhin noch in kurzen Kämpfen die Karatefähigkeiten des Helden bestaunen und hier und da mal sind mal ein kurzes Shoot-Out oder eine kleine Verfolgungsjagd zu sehen. Leider reißt das kaum vom Hocker, auch damals gab es schon wesentlich Fetzigeres auf der Leinwand zu bestaunen und das, was „Black Fighter“ als Showdown präsentiert, ist ebenso lahm wie enttäuschend.
Wäre alles nicht weiter schlimm, wenn „Black Fighter“ dann wie geplant als Politthriller funktionieren würde, doch da stinkt Ted Posts kleiner Film ab, vor allem im Wettstreit mit vergleichbaren Hollywoodproduktionen. Nahezu lächerlich simpel das Geheimnis der Verschwörung, die Identität der Schuldigen ahnt man sowieso spätestens ab Filmminute 15 und das alles weitestgehend überraschungsfrei erzählt, sie man vom Tod einer bestimmten Filmfigur mal ab.
Am fatalsten wiegt jedoch die Tatsache, dass hier kaum einer der Leute hinter der Kamera so wirklich Lust auf den Film zu haben schien. Inszenatorische Schwächen wie eine mies getrickste Flugzeugexplosion fallen auf und das Drehbuch erlaubt sich (abgesehen von seiner dahinplätschernden Geschichte) so manchen Schnitzer. Da lassen sich wichtige Führungspersonen von lächerlich wenigen Leuten beschützen, der Held bleibt auch mit Minimalverkleidung unerkannt usw.
Vor der Kamera sieht es geringfügig besser, wobei Chuck Norris mit seiner Minimalmimik noch recht hölzern wirkt. Die talentierte Anne Archer spielt auf Autopilot, wird vom Script aber auch vergeudet, doch dafür sind die Fieslinge teilweise recht überzeugend. In einer Rolle auch Soon Tek-Oh, der auch in „Missing in Action 2“ Norris’ Kontrahenten gab.
„Black Fighter“ ist eine ähnlich lahme Angelegenheit wie die frühen Norris-Filme „Kalte Wut“ und „Der Bulldozer“, aufgrund der Actionarmut sogar noch eine Spur schwächer. Da hätte man von Ted Post definitiv mehr erwarten können.