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Vor fünf Jahren sollte John T. Booker mit einer Spezialeinheit "Schwarze Tiger" in einer Geheimmission Kriegsgefangene befreien, doch als das scheitert und für die USA unschöne Dinge ans Tageslicht zu kommen drohen, will die US-Regierung verhindern, dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Kurzerhand überlässt man die Einheit im Dschungel ihrem Schicksal. Die schafft es aber nach Hause zurück. Die Sache verläuft im Sand. Fünf Jahre später, Booker muss entsetzt feststellen, dass seine Männer einer nach dem anderen umgebracht werden. Das Schicksal will er sich ersparen, und zusammen mit der Journalistin Margaret wird er dem Einhalt gebieten und das Geheimnis lüften.

Erstmal nachträglich alles Gute zum gestrigen 75. Geburtstag Chuck. Zum Glück gibt es Sender, die dies auch mit einem Norris Marathon feiern und recht unbekannte Werke des Meisters als Gratulation versenden. Black Tiger zu Beginn atmet noch deutlich den Geist der 70er, was Ausstattung und vor allem Kleidung und Aussehen betrifft. Immerhin sieht man Norris in der Anfangsszene sogar mal komplett ohne seinen damals patentierten Pornobalken (den er später aber doch wieder stolz nachwachsen ließ als der Film einen Zeitsprung über fünf Jahre macht. Anfang des Jahrzehnts ist gerade der Vietnam Krieg zu Ende gegangen, was die Macher hier für eine nette Actionsequenz zu Anfang nutzen, was aber so ziemlich auch die einzige während der gesamten Laufzeit bleiben sollte.
Da sollen erstmal Kriegsgefangene aus Nordvietnam evakuiert werden, wahrscheinlich eine frühe Missing in Action Studie, komplett mit der üblichen Taktik, Lager infiltrieren, Wachen ausschalten, Häuser mit Explosivas wegbomben, doch die Rettungsmission war eine Falle, der nur sechs Mitglieder des Eliteteams der Black Tiger sich retten konnten. Klar das da Verrat aus den eigenen Reihen im Spiel ist, was aber überraschenderweise die nächsten fünf Jahre niemanden weiter interessiert, bis nacheinander die verbleibenden Mitkämpfer umgebracht werden, was Bookers Investigationslust jetzt erst richtig weckt.
Nach dem flotten Auftakt versandet Black Tiger aber zusehends. Wer der böse Maulwurf ist kann man kinderleicht erraten und was ich vor allem nicht verstanden habe, zweimal wird ein Kamerad direkt neben Chuck Norris erschossen, aber warum um Gottes Willen töten die Bösen ihren größten Widersacher nicht gleich mit. So eine dicke Chance gleich zweimal auf dem Silbertablett serviert, da ist es kein Wunder, das das nichts wird mit dem evil Masterplan.
Die Story ist jetzt nichts besonderes und auch nur bedingt spannend. Etwas enttäuschend ist allerdings der Action Anteil. Gerade Chuck Norris hat man nur ein Minimum an Martial Arts gegönnt, da ist sein Mitwirken fast schon Verschwendung. Seine Gage hätte man auch für die Flugzeugexplosion nehmen können, die hier miserabelst getrickst wurde. Mehr als Mittelmaß und Retroflair ist für die Black Tigers nicht drin. Man hätte sich doch mehr auf ein Genre konzentrieren sollen statt von Kriegsaction zum Krimi zu wandern und in einem Witz von Showdown im Politthriller aufzuhören.
5/10

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