Die junge Studentin Stefani Reyes wird von wiederkehrenden Alpträumen geplagt, in denen sie miterlebt, wie ihre Großmutter Iris in den späten 60er Jahren bei einem durch eine Verkettung unglücklicher Umstände ausgelösten Unglück in einem auf der Spitze eines Turms 150 Meter über dem Boden befindlichen Panorama-Restaurant zusammen mit allen anderen Gästen der Eröffnungsfeier des Etablissements ums Leben kommt. Tatsächlich hatte Iris damals eine Vision von jener Katastrophe, die es ihr allerdings erlaubt hat, sowohl sich selbst als auch alle anderen Anwesenden zu retten... wodurch sie dem Tod persönlich dazwischengefunkt hat, der die letzten fünf Jahrzehnte damit beschäftigt gewesen ist, sämtliche Überlebenden, die ihm damals durch die Lappen gegangen sind, sowie auch ihre Nachkommen, die niemals hätten geboren werden sollen, einzukassieren. Iris selbst hat es bislang geschafft, dem Sensenmann in ihrer von der Außenwelt abgeschiedenen Hütte ein paar Dekaden lang 'ne lange Nase zu drehen, doch nach dem Besuch ihrer Enkelin beißt auch sie als Letzte der damaligen Überlebenden ins Gras, woraufhin der Tod nun sein Augenmerk auf Stefanis Verwandten richtet und sich ein Familien-Mitglied nach dem anderen holt... Immer dann, wenn ein Teil einer Horrorfilm-Franchise den Zusatz "Bloodlines" im Titel führt (sei es nun "Hellraiser", "Wrong Turn", "Tremors" oder jüngst erst "Friedhof der Kuscheltiere"), ist Vorsicht angesagt, denn zumeist lassen diese Beiträge doch qualitativ so einiges zu wünschen übrig... doch etwaige Bedenken in diese Richtung sind bei "Final Destination 6: Bloodlines" gänzlich unangebracht, denn die ehemals ziemlich populäre Reihe wird da knappe 14 Jahre nach "Final Destination 5" nicht nur aus ihrem Dornröschenschlaf wachgeküsst, sondern in einer Tour auch direkt mal auf ein neues Level gehievt. Tatsächlich hat es das Regie-Duo Zach Lipovsky und Adam B. Stein prima hinbekommen, der altbekannten Body-Count-Masche 'nen neuen Dreh zu verpassen, der die Angelegenheit gleich mal wieder ziemlich frisch wirken lässt, ohne dabei auf die bislang etablierten Regeln zu pfeifen (und falls doch, isses mir nicht aufgefallen)... und auf die Art sowohl Alt-Fans als auch eine neue Generation von Kinogängern abzuholen. Der ziemlich respektvolle Umgang mit den Vorgängern äußert sich da nicht nur in dem Umstand, dass der Streifen pickepackevollgepackt mit kleinen Nods und Easter-Eggs ist, sondern auch darin, dass man Tony Todd - hier bereits schwer vom Krebs gezeichnet und leider auch kurz darauf verstorben - nochmal einen würdevollen letzten Auftritt als Leichenbeschauer Bludworth spendiert hat, der tatsächlich zu Herzen geht. Wirklich nichts geändert hat sich da allerdings an den Mechanismen der Freak-Accidents, die da zuvor in liebevoll erdachten Ketten-Reaktionen detailiert vorbereitet werden und in makaber-schwarzhumorige Splatter-Momente münden... der Kreativität, was das Ableben der Charaktere anbelangt, sind da gefühlt wieder mal keine Grenzen gesetzt, was in mehr als nur einem blutigen und memorablen Highlight resultiert (vom Rasenmäher übers Müllfahrzeug bis hin zum Magnetresonanztomographen) und auch die in schwindelerregender Höhe spielende Eingangs-Sequenz ist eine der Leichen-reichsten und spektakulärsten. So manch ein übertrieben krasser Kill ist da natürlich ob des ziemlich hohen Comedy-Werts mit einem Augenzwinkern zu sehen, die Grenze zur reinen Gewalt-Pornografie überschreitet auch dieser sechste Film wiederum nicht, dafür geht der schiere Entertainment-Faktor aber förmlich durch die Decke. Es ist bezeichnend, dass "Final Destination 6: Bloodlines" mit 110 Minuten Laufzeit der bislang längste Film der Reihe ist, sich aber nicht wirklich länger anfühlt als der gerade mal 80minütige "Final Destination 4", dessen dünne Handlung ja wirklich nur ein Vehikel für 3D-Gedöns gewesen ist. Zwischen all dem "Elevated Horror" jüngerer Zeit, der sich selbst viel zu ernst nimmt, ist das hier purer Genre-Eskapismus und damit echt mal wieder dringend nötig! Fazit: Schlägt für mich Teil 2 als meinen bisherigen Favoriten knapp und ist damit das Beste, was die Serie auf Lager hat.
8/10