Das Videospiel „Until Dawn“ sollte 2015 den Slasherfilm als Gaming-Experience umsetzen, indem man im richtigen Moment die richtigen Controllerknöpfe drückte. Eine filmische Umsetzung machte also aus Prinzip schon mal keinen Sinn, weil das Spiel erfolgreich war, machte man sie aber trotzdem.
Die Ausgangssituation ist der Genrestandard: eine Handvoll junger Menschen in einem abgelegenen Haus werden nach und nach von einem monströsen Killer (bzw. später noch dazukommenden Monstern) massakriert. Der Twist ist nicht uninteressant: überleben sie die Nacht, endet der Alptraum, sterben sie, beginnt der Spuk von vorne.
Leider nutzt der Film dieses Timeloopkonzept hauptsächlich, um zahlreiche weitere Horrorfilmstandards und Todesarten zu reproduzieren. Zwar gelingen dabei vereinzelt interessante (und sehr blutige) Szenen, aber da einem die Figuren egal sind und es nicht wirklich eine Handlung gibt, kommt der Film letztlich auch nicht über einen generischen Slasher hinaus. Der Hauptbösewicht hat keinerlei Ausstrahlung und die „Wendigos“ sind letztlich schnell humpelnde Zombies mit Ganzkörper-Makeup.
Das ist vor allem deshalb schade, weil Regisseur David F. Sandberg mit seinen frühen Kurzfilmen (alle auf YouTube zu sehen) echten Schrecken verbreitete – bis er von Hollywood für das SHAZAM!-Franchise geholt und vom Mainstream verbrannt wurde.
5.5/10