Tote Tinderdates techtelmechteln trantütiger
„The Dead Thing“ ist ärgerlich lethargischer „elevated metaphorical horror“ als Statement zu den tödlichen Kreisen des Onlinedating, wenn eine promiskuitive junge Frau durch ihre neueste Affäre in sehr muffige und gefährliche Gefilde abdriftet…
Ich trinke nicht aus deinem Glas - aber bisschen anal geht schon klar!
Ein klarer „Vibe“ von einem Indiehorrorfilm. Kommt eher über Atmosphäre und Aussagen als über seine Geschichte. Passend zur letzten Zeit mit Datingapps und anderen „Vereinfachungen“ und Aushöhlungen des Liebeslebens. Sexy, krankhaft, oberflächlich. Leicht zu kriegen, schwer zu halten. Die Hauptdarstellerin gefällt mir und sie spielt aufopferungsvoll, schmerzhaft, authentisch. Der Look ist i.O. - rau, texturreich, leer. Von (seelischem) Herpes aus der Hölle. Cunnilingi Cannibali. Hat mich interessiert - aber nie genug erreicht. Vielleicht ist die Zielgruppe aber auch nochmal gut ein paar Jahre jünger. Doch die haben für einen solchen Slowburn sicher nicht die Geduld und Muße. Andererseits ist’s vielleicht auch einfach kein Film, der gut und spannend genug ist - egal für welches Alter und welche Generation und welche Art Partner kennenzulernen. Zwischen „We Go On“ und „She Dies Tomorrow“. Ich nehme aber lieber „It Follows“ (oder dessen hoffentlich bald kommende Fortsetzung) - der hat zu dem Thema auch etwas zu sagen, ist aber ein ungleich besserer und spannenderer Film.
Fazit: seltsam statischer, stylischer Dating-Sex-„Grusler“, der zwar etwas zu sagen aber wenig zu zeigen hat!