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Jess Franco, Dario Argento, Alfred Hitchcock, alles kräftig in den Mixer, zwei, drei Mal umgerührt und wir haben den vorliegenden Giallo-Pionier vor uns, von dem man also sicherlich nicht erwarten sollte, dieses Genre bereits seiner Vollendung zuzuführen.
Dabei lässt sich alles recht vielsprechend an: Die attraktiven weiblichen Darsteller, allen voran Hauptdarstellerin Edwige Fenech, sorgen sich nicht um Nebensächlichkeiten wie Bekleidung und kommen "Schnitzel Wiener Art" oder "Natur" in leicht entfernbaren Papierkleidchen auf Parties, wobei allerdings bei unserer Edwige böse Erinnerungen an brutale Nummern mit ihrem Exliebhaber Jean hochkommen, deren Vergegenwärtigung in Form von Flashbacks wohl den filmischen Höhepunkt des Ganzen darstellt (Argento lässt grüßen).
Leider vermag es der für sich genommen nicht unintelligente, spätere Epigonen wie "Wild things" in vielen Punkten vorwegnehmende Thrillerplot nicht, organisch an diese eindrucksvollen Einblicke anzuknüpfen oder sie gar zu vertiefen, da die Charaktere insgesamt einfach zu oberflächlich bleiben, um der "doppelten Kehre" des durchaus überraschenden Schlusses Glaubwürdigkeit zu verleihen. Die Dialoge bieten wenige Höhepunkte, Glanzlichter wie "ihre Frau leidet an einem Schock, die Ursache dafür kann ich Ihnen nicht sagen, wahrscheinlich ein Schock" mal ausgenommen.
Fazit: Als Giallo-Pionier von eher filmhistorischem Interesse, 6 von 10.

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