Julie (Edwige Fenech) ist eine Frau, die es mit der Treue nicht allzu ernst nimmt. In ihrer Vergangenheit schon viele Liebschaften gehabt, lacht sich die hübsche Brünette, während sie mit ihrem Ehemann zu Besuch in Wien ist, einen flotten Stecher an. Da der Gatte geschäftlich unterwegs ist und die Ärmste schändlich vernachlässigt, fällt ihm nix auf und Julie geht mit George auf Tour. Allerdings taucht auch ein Ex-Lover aus der Versenkung auf und pocht auf sein Recht. Ein Unbekannter schickt Julie Blumen mit bedrohlichen Nachrichten. Und dann ereignen sich die ersten Morde in Julies weiblichem Bekanntenkreis.
DER KILLER VON WIEN ist ein würdiger Vertreter des Giallo-Genres. Regie führte Sergio Martino, bekannt für WEISSE GÖTTIN DER KANNIBALEN, aber auch andere Frauenkiller-Streifen wie DER SCHWANZ DES SKORPIONS, FARBEN DER NACHT und TORSO. Der Film besticht durch einen flippigen 70er-Jahre-Schick (die Schauspielerinnen laufen rum wie Schaufensterpuppen) und eine Prise Wiener Schmäh, durch den ein adrettes Mädel schon mal als „blondes Schnitzel“ tituliert wird. Die Kriminalgeschichte gibt sich relativ blutarm. Der Killer, wie immer ein behandschuhter Schattenmann, killt mit Rasiermesser, allerdings leider viel zu selten. Es wird viel herum geschlichen und aufgelauert, Julie entkommt stets um Haaresbreite – eine Szene in einer Tiefgarage erinnert beispielsweise an DER TOD TRÄGT SCHWARZES LEDER, eine andere in einer Labyrinth-ähnlichen Parkanlage an THE SHINING. Julie wird zusehends in den Wahnsinn getrieben. Diese Abwärtsspirale reißt einen auch als Zuschauer gut mit. Manchmal agiert der Charakter der Julie vielleicht etwas unlogisch und fadenscheinig, aber naja, so sind se halt die Weiber.
Bis ganz zum Schluss, weiß man nicht wirklich, was gespielt wird. Die Auflösung schafft es dann tatsächlich zu überraschen und zu befriedigen.
So ausgeklügelt hier auch gestalkt und aufgelauert wird, ist das Highlight des Films dennoch ganz klar Hauptdarstellerin Edwige Fenech, eine wunderhübsche, französisch-algerische Dunkelhaarige, die sich auch alles andere als davor ziert nackte Haut zu zeigen.
In einer weiteren Rolle findet sich Ivan Rassimov, den Cracks bestimmt aus MONDO CANIBALE, SHOCK und Lenzis LEBENDIG GEFRESSEN kennen dürften.
Nudity: (+)(+)(+)(-)(-)
Thrill: (+)(+)(+)(-)(-)
Morde: (+)(-)(-)(-)(-)
Fazit:
Gelungener Giallo und nettes Verwirrspiel mit Erotik und einer wunderhübschen Hauptdarstellerin aufbereitet. Weist thematisch viele Ähnlichkeiten zu SPASMO und FRAUEN BIS ZUM WAHNSINN GEQUÄLT auf. In Letzterem wurde der Plot beinahe ein bisschen gelungener umgesetzt.