Es steht eine „Invasion U.S.A.“ an und wer ist (natürlich) der einzige, der sie stoppen kann? Chuck Norris.
Eine Truppe von Terroristen begeht eine Serie von kleineren Verbrechen: Ein Flüchtlingsboot wird aufgegriffen, die Insassen ermordet und anschließend im Bootsrumpf versteckte Drogen einkassiert. Wo sie gerade schon dabei sind, wird später auch noch der dazugehörige Dealer (Billy Drago) mitsamt Belegschaft erledigt. Ganz nette Actionhäppchen, die Lust auf mehr machen, aber noch nicht wirklich sättigen.
Derweil hackt der ehemalige C.I.A. Agent Matt Hunter (Chuck Norris) gemütlich Holz in seiner Hütte in den Sümpfen. Er soll die Terroristen bekämpfen, hackt aber lieber weiter Holz. Damit beschäftigt er sich so lange bis Oberterrorist Mikhail Rostov (Richard Lynch), ein Feind aus der Vergangenheit, ihn ermorden lassen will und er nur knapp mit dem Leben davonkommt. Chuck als gealterter Elitekämpfer, da kann man nur Gähnen, aber zum Glück gehört das zu den wenigen schlechten Aspekten des Films.
Weil jetzt alles Equipment zum Holzhacken hinüber ist, zieht Matt gegen die Terroristen ins Feld. Die können auch nicht lange die Füße still halten, bringen bei Nacht und Nebel eine ganze Armee von Terroristen ins Land und verüben Anschläge, welche Amerika immer mehr ins Chaos stürzen. Doch Einzelkämpfer Matt beginnt sie nach und nach platt zu machen.
Das Szenario mit der Terroristeninvasion ist sehr stimmig und gut gewählt. Natürlich ist dabei kein brisanter politischer oder ein intellektueller Hintergrund gegeben, denn an sich geht es nur darum dass Einzelkämpfer Matt alle Feinde in Grund und Boden ballert, während die komplette Armee nichts machen kann. Ein wenig Patriotismus und die glänzende Supermacht U.S.A. stehen auch auf dem Plan; der Covertext der deutschen Videofassung übertreibt diesen U.S.A.-Gedanken gleich und redet von kommunistischen Invasoren und roten Panzern daher (obwohl es in dem Film einfach nur kubanische Terroristen sind und Kuba wohl vor allem wegen der Nähe zu den U.S.A. gewählt wurde).
Die Story ist geradlinig, kurzweilig und bietet solide Spannung. Überraschende Wendungen gibt es natürlich kaum zu bewundern und die Erzählweise ist ehrlich gesagt auch nicht besonders ausgefeilt, zumal die Geschichte am Ende sowieso in zahlreichen Actionszenen untergeht. Aber bei dieser Art von Film erwartet man auch nichts anderes, denn hier zählt Action nun mal mehr als Story.
Die Action kann sich wirklich sehen lassen, auch wenn sie in den ersten 60 Minuten nur aus ein paar Anschlägen der Terroristen und einer kurzen Kampfeinlage Chucks besteht. Doch danach folgen die Actionszenen immer schneller aufeinander und bieten viele gewal(tä)tige Shoot-Outs, die dem Genrefan das Herz hüpfen lassen. Im Finale gibt es sogar eine Straßenschlacht zwischen den Invasoren und der Nationalgarde zu bewundern, die (wie alle Shoot-Outs in dem Film) hervorragend inszeniert ist.
Chuck Norris ist kein guter Schauspieler, aber immerhin ist er hier nicht ganz so schlecht wie in anderen seiner Filme. Richard Lynch als Oberbösewicht ist auch keine Offenbarung, aber taugt immerhin als solider John Lithgow Ersatz. Billy Dragos Rolle ist immens klein (tot nach wenigen Minuten), so dass man sich gar nicht drüber auslassen muss und auch die anderen Nebendarsteller sind nur bessere Statisten.
„Invasion U.S.A.“ ist ein knüppelharter, typischer Film der Cannon Schmiede, der Genrefans mit seiner geballten Ladung Action begeistern kann.