Während es ein renommierter Schauspieler wie Jon Voight offenbar noch immer nötig hat, mit Mitte 80 noch seine Rente aufzubessern, bemerkt man spätestens beim Abspann anhand vieler bulgarisch klingender Namen, dass hier wohl nicht das große Budget hinter dem Projekt steckte.
Irgendwo in einem kleinen Nest in Colorado: Ein Deputy des Sheriffs Jake nimmt eher zufällig einen Typen fest und da dieser keine Angaben zur Person tätigen will, wird er kurzerhand in die Zelle gesperrt. Ein Fehler, wie sich bald herausstellen wird, denn der inhaftierte Nathaniel ist ein Kronzeuge, welcher von einem ruchlosen Kartell unter der Leitung von Marcus eliminiert werden soll…
Mit Klischees wird hier wahrlich nicht gespart: Sheriff Jake leidet augenscheinlich unter PTBS, obgleich er dies vehement abstreitet, sein Love Interest arbeitet natürlich im einzigen Diner des Ortes, während der stets besorgte Papa selbstverständlich vor Jake der hiesige Gesetzeshüter war. Auf der anderen Seite machen die fiesen Möps keine Gefangenen und knallen auch mal eher Unbeteiligte ab, so dass die Schwarzweißmalerei ein wenig besser funktioniert. Und weil der Kronzeuge mit aller Überzeugung seine Läuterung zur Schau stellen muss, rezitiert er fleißig aus der Bibel, welche er gar mit sich trägt.
Dennoch erscheint die überschaubare Figurenkonstellation sympathisch und obgleich es zahlreiche naiv anmutende Zutaten gibt, vermag der Zusammenhalt im Örtchen zu gefallen.
Was hingegen völlig drüber langt, ist der Score, der spätestens ab Mitte eine Mischung aus heroischen und pathetischen Klängen hinein wirft, als würde Jesus alle Weltmeere auf einmal zum Durchlatschen aufteilen. Bei alledem kommt das Zwischenmenschliche zwar nicht zu kurz, doch auch diesbezüglich schlägt der Stoff zuweilen über die Stränge.
Im Kontrast dazu schlagen die Gangster zuweilen recht blutig zu und es gibt bei Messerstichen einiges an spritzendem Blut und auch manche Einschüsse hinterlassen deutliche Austrittswunden. In Sachen Action ist indes nicht allzu viel mitzunehmen. Zwar gibt es während des Showdowns kleine Detonationen und etwas aufgewirbelten Staub, doch bemerkenswerte Schauwerte sind nicht zu verzeichnen. Das Timing während des Finales geht hingegen in Ordnung und ab und an wird es gar ein bisschen spannend.
Allzu ernst sollte man den Stoff ergo nicht nehmen, denn folgerichtig gibt es hinsichtlich des simplen Drehbuchs weder einen doppelten Boden, noch sonstige Überraschungen. Mit Jon Voight als Vater und Henry Thomas als Kronzeuge befinden sich immerhin zwei bekanntere Gesichter an Bord, während bei anderen kleinere Abstriche zu machen sind.
Insgesamt also alles andere als ein großer Wurf in Sachen Thrill und Action, doch die fast unbedarft anmutende Herangehensweise des Stoffes bringt durchaus charmante Eigenheiten mit sich.
5 von 10