Weiterführung der jüngeren Regiekarriere von James Bamford, eine Republic Pictures & Paramount Global Content Distribution Veranstaltung, mit einer christlichen Szene begonnen und auch so beendet, die Prämisse eingeleitet, eine religiöse Anstiftung, ein Gebet zum Finale hin, ein später Besuch ohne Berechnung, die Bibel und die Waffe im Blick, ein Kronzeuge und seine versuchte Ausschaltung und Beseitigung. Erste Opfer zeitnah gemacht, eine Waldhütte in der Nacht heimgesucht, die Angreifer beseitigt, die Heilige Schrift mit Blut und Toten besudelt, der Thriller angeleiert. Ein Auftrag, der gescheitert ist, eine Weiterführung des Prozesses, eine weitere Verfügung, vom Wald zur Großstadt und letztlich von Illinois nach Wyoming gereist, dort eine Stadt unter Aufsicht genommen, Jon Voight in erster offensichtlicher Position. Voight hier als Art Stadtführer, als Präsident und Bürgermeister und Polizeioberster zugleich, der Vater vom Sheriff zusätzlich, welcher hier die eigentliche Position der Aufmerksamkeit übernimmt. Ein Kleinstadtgeschehen, ein typisches amerikanisches Umfeld, viele einfache Bürger, traditionelle Methoden, jeder kennt jeden und dies seit Ewigkeiten. Eine Ansprache vom Vater zum Sohn wird gemacht, eine Vergangenheit und eine Gegenwart erwähnt, ein Vertrauen gefordert und erweckt, ein PTSD und ein Bedauern erwähnt. Die Szenerie einfach gehalten, wie in guten alten Zeiten, das MAGA hier hervorstechend, aber dennoch nebenbei nur gezeigt und trotzdem deutlich hervorscheinend, dazu auch das Waffenrecht lobbyiert und propagiert, die Kinder schon am Abzug und Drücker, die Pistole und das Gewehr im Vorschein, der Mensch davon abhängig und sich darüber bewusst machend, die ersten Übungen früh am Tage noch auf Papierscheiben, mitten in die Mitte und so mitten in das schwarze Ziel getroffen:
Jake Wilcott [ Charlie Weber ] ist Sheriff in einer gemütlichen grenznahen Kleinstadt, sein Vater Ezra [ Jon Voight ] hat den Job vor ihm gehabt und quasi vererbt, außerdem ist da noch die hübsche und waffenaffine Nachbarin Cassie Becker [ Katherine McNamara ], welche ein Auge auf ihn geworfen hat und fleißig umwirbt. Als sein Deputy Billy Giles [ Dustin Ingram ] eines Tages den zu schnell fahrenden Nathaniel Matheson [ Henry Thomas ] inhaftiert, stellt sich dieser indirekt als Bedrohung heraus, befindet er sich doch im Kronzeugenschutzprogramm und hat bereits die Häscher um Marcus Novak [ James Oliver Wheatley ] auf seinen Fersen.
Später wird auf Menschen angelegt und gefeuert, bis dahin dauert es etwas, erst die Personen vorgestellt, der schmucke Junggeselle mittleren Alters, dazu eine potenzielle, noch nicht in die Realität umgesetzte Freundin, die ersten Bekanntschaften gemacht und das vertraute Umgehen miteinander, beides ausgewiesene Scharfschützen, das braucht man noch später. Das Revier ist erstmal ruhig, die Angestellten und die Betreuten friedlich, in der Zelle nur eine Person, die Bibel anbei, "Some kind of Preacher.", dies als Aussage und als Frage zugleich. Das Auto war gestohlen, die Identität ist unsicher, nur dem Publikum bekannt und nicht den Anwesenden, die Zielrichtung klar, die Bedrohung von außen, von der Großstadt aus, von der scheinbaren Zivilisation da draußen, eine Art Copshop in der Wiederholung oder doch eher das Assault on Precinct 13th und damit die Neuaufnahme der Western von Wayne, der Western von Hawkes. Die Idee narrensicher, die Behandlung einfach, die Besetzung durchaus brauchbar, die Laufzeit nicht übermäßig ausgedehnt und dem Sujet angepasst, ein paar Landschaftsaufnahmen und ein paar Bezugspersonen und ihre Problemchen wie schwangere Lebensgefährten und die allgemeine familiäre Idylle in der Kleinstadt eingewebt, dazu erste Störungen im System, die Telekommunikationsverbindungen werden schlechter und man strömt in eine Gefahrensituation, von der man noch keine Ahnung hat, diese aber bald umso deutlicher ist.
Bamford inszeniert das relativ fest und stilsicher, eine Art Fernsehfilm bzw. deutlicher On Demand Bereich, eine Art CBS oder NBC in neunzig Minuten, die Jahreszahl könnte auch die Neunziger sein, die Herstellung allgemein und dies vermehrt auf die weiße ländliche Bevölkerung gehalten. Das Gesetz wird vertreten und verkörpert, der Amerikanismus gelebt, die Optik simpel und verhalten, etwas Natur dargebracht und mäßig attraktive Menschen, die Farben neutral, die Regieführung kompakt, eher noch bodenständiger als bei Air Force One Down - Die Agentin des Präsidenten (2024) oder The Last Gunfight - Spiel um Millionen (2025), der Kanadier hier mehr in seinem Milieu wirkend, die übersichtliche Szenerie, die flache Landschaft und die strikte Hierarchie.
Illinois hier weit entfernt von Wyoming, hier wie ein anderes Land gar, dann bald ein Schusswechsel in freier Umgebung, etwas Gewalt dargebracht, ein zersplittertes Schienbein, der Knochen deutlich hervorscheinend, ein Deputy angegriffen, die Schergen aus der Metropole unerbittlich und violent deutlich, mit Brutalität agierend, ohne Moral und Gewissen, eine Skrupellosigkeit nicht bloß angedeutet, sondern offenkundig gezeigt. Nachschub wird beordert auf der einen Seite, auf der anderen, der noch nichts Ahnenden und noch Unwissenden schon etwas Ermittlungsarbeit geleistet, eine Art schleichende Vorbereitung, die ID des Gefangenen geklärt zumindest und so der Bedrohung näher gekommen, die Nachrichten gelesen und die Breaking News im Internet, "This isn't right.", dem Showdown nah und näher gerückt. Fragen werden deutlich, Sorgen werden größer, eine stumme Frist gezogen, ein Psycho- und Verwirrspiel, Anrufe gemacht und peu a peu in die Gegend eingerückt, eine Tankstelle übernommen und der Besitzer ausgeschaltet, Blut spritzt an die Zapfsäulen, Disturbing the Peace.
Der (in Bulgarien in den NuBoyana Studios gedrehte) Schauplatz selber ist da noch gemütlich, aber bald nicht mehr, eine Hauptstraße und ein paar Geschäfte drumherum, der Kaffee im lokalen Straßenrestaurant zu frisch gebackenen Kuchen gereicht, eine zentrale Ordnung gelebt und wie festgefroren in einer konventionellen Zeitkapsel aufgebahrt, einige Dialoge mehr als erläuternd und die nötigen Zutaten mehrfach erzählend, Überraschungen eher aus dem Wege gegangen und die Klischees und Routinen bevorzugt, das typische B-Futter für die Massen, das 08/15-Geschehen mit all seinen Vorteilen und all seinen Nachteilen, "You don't want any part of the Shitstorm that's coming.", ein Warten auf den Vollzug, ein Hinauszögern des Ganzen. Erste Worte werden gemacht und letzte Worte, Verluste bedauert, die Friedlichkeit heimgesucht, ein "Be with you in a minute.", Voight als Vertreter der alten Gerechtigkeit, als lebende Legende, im Film (und in der Filmografie von Bamford, darunter auch Shadow Land, 2024 & Man with No Past, 2025) zumindest der Sohnemann bald mit Polizeisirenen in die Gefahrenzone eilend, die Verstärkung im Patrol Car, die Ein-Mann-Armee, der Soldat mit der Vergangenheit, der Armist A.D. Große Sprünge werden hier nicht gemacht, kleine Schritte dafür, ein "Hunting Trip" prophezeit und eine "Bachelor Party", beides dargereicht und beides gezeigt in aller liebgewonnenen mittelständischen Simplizität, etwas mit Spannung und Thrill gespielt, räumlich und zeitlich festgezurrt, spielende Zeit fast die gespielte Zeit, "Ticktock says the clock", die allgemeine Bedrohung geschürt, ein gestürmtes und durchlöchertes Diner mit innerem Massaker als erste Konsequenz, dann das langgezogene Stand Your Ground auf der Ranch des uniformierten Recken vollzogen, die größere Actionsequenz, eine längere Auseinandersetzung mit mancherlei Ideen.