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Wer das Tor zwischen Himmel und Hölle zu öffnen versucht, kann sich als Filmemacher bereits an der Türklinke verheben. So ergeht es zumindest Regisseur Michael Peterson, der generell passable Filme abliefert. Doch das unterentwickelte Drehbuch und das mangelnde Budget machen ihm einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.

Eben noch in Mexiko, wo ein Exorzismus schrecklich daneben ging, schon wieder in seiner Heimatstadt in Süd-Alberta, Kanada: Priester Mason kommt bei seiner Jugendfreundin unter und wird binnen kurzer Zeit mit seinem totgeglaubten Vater Angus konfrontiert, welcher augenscheinlich besessen scheint. In dem kleinen Örtchen ist irgendetwas Übersinnliches im Gange…

Hätte sich Peterson mal besser ausschließlich auf das konzentriert, was ihm augenscheinlich liegt: Atmosphäre. Nachdem der geplagte Priester im Örtchen aufkreuzt, verdeutlichen einige Flashbacks die Differenzen mit seinem Vater, manche Individuen verhalten sich seltsam und eine am Rande platzierte Nebelmaschine ist grundlegend keine schlechte Lösung.

Anbei gibt es einige Gewalteinlagen wie blutige Einschüsse, abgetrennte Finger und grobschlächtige Peitschenhiebe (wobei es galanter ausgesehen hätte, wenn die Striemen erst nach Kontakt mit dem Rücken erscheinen würden) und eine Handvoll Mimen, die zumindest schon mal vor der Kamera agierten. Doch der stimmungsvollen Gemengelage folgt statt Spannung und Tempo vor allem sehr viel Gerede, was die schwache Synchro unweigerlich verstärkt.

Im Mittelteil kommt das Interesse nahezu komplett zum Erliegen, während sich die Lokalitäten nunmehr auf ein Haus und eine Farm mit Scheune konzentrieren. Der üble Schnitt kristallisiert sich spätestens heraus, als eine körperliche Konfrontation erst gar nicht vollends ausgeführt wird und man sich anschließend wundert, warum Figur A sich plötzlich in der Nähe von Figur B und C aufhält. Mit flottem Tempo hat er es überdies auch nicht.

Mit Exorzismus hat die Chose letztlich nur bedingt zu tun. Gut und Böse spielen ebenso eine Rolle wie Gott und Luzifer. Eine Nummer kleiner hatte er es nicht. Die dazugehörigen Spezialeffekte wirken zwar schön bunt und trashig, befinden sich vom technischen Niveau her jedoch unter der Erscheinung von Zini aus „Spaß am Dienstag“.
Dann doch lieber noch einmal das klassische „Die Kraft Jesu Christi bezwingt dich“…
3,5 von 10


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