Es geht auch immer ein Stück weit um die Isolation der Protagonisten beim Regieduo David Charbonier und Justin Powell. Das zeigten bereits ihre ersten beiden Werke „The Boy Behind the Door“ und „The Djinn“. Mit „Push“ schlagen sie indes den Weg in Richtung Home Invasion ein.
1993: Nach dem Unfalltod ihres Freundes schlägt sich die hochschwangere Natalie (Alicia Sanz) als Maklerin durch. Soeben soll sie ein üppiges Anwesen in Michigan vermitteln. Als sich ausschließlich ein ominöser Interessent meldet, lässt sich dieser leider nicht so leicht abwimmeln…
Das minimalistische Setting ist durchaus für einige Schrecken gut. Die natürliche Stille im abgelegenen Gebäude wird mitunter von natürlichen Geräuschen durchbrochen und auch die rund 1300 Quadratmeter Wohnfläche erweisen sich als nicht immer überschaubar, was vor allem im Verlauf einer Hatz von Vorteil für beide Kontrahenten sein kann.
Außer einem Trauma und dem Zustand der Schwangerschaft erfährt man nicht allzu viel über Natalie, noch weniger allerdings über die Motivation des Eindringlings. Erst nach dem eigentlichen Showdown geraten spärliche Informationen ans Tageslicht, wonach eine leicht übersinnlich anmutende Komponente beinahe nicht mehr ausgeschlossen werden kann. Der Tunichtgut verweist nicht ganz zufällig auf Prototypen, die von einem John Carpenter stammen könnten.
Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis sich die Schlinge deutlicher zuzieht und für die Heldin akuter Handlungsbedarf besteht, welcher im allerletzten Akt sogar noch in ein gänzlich anderes Gebäude verlagert wird. Zwar gestalten sich etwaige Konfrontationen nicht über Gebühr blutig und eher erwischt es einige Unbeteiligte etwas derber, doch das Timing ist effektiv, die Kamera arbeitet sauber und der Score ist grundsolide abgestimmt.
Allerdings stolpert man hin und wieder über gängige Nachlässigkeiten, sobald es möglich ist, sich des Bösen dauerhaft zu entledigen, - beherztes Zustechen ist da nicht so angesagt.
Während die Atmosphäre des latenten Unbehagens durchaus zu punkten vermag, erweist sich das minimale Storykonstrukt auf Dauer als etwas zu substanzlos. Obgleich sich noch eine Sequenz nach dem eigentlichen Abspann ergibt, mangelt es an Twists und sonstigen doppelten Böden und die ganz niederträchtige Note bleibt trotz vollmundiger Ankündigungen aus.
Dennoch vermag Alicia Sanz die Chose recht überzeugend zu tragen, man nimmt ihr die Figur zwischen Fürsorge um ihr Ungeborenes und die damit verbundene Durchsetzungskraft soweit ab, während andere Nuancen in ihr noch Trauer offenbaren.
Die simple Handlung, einige generische Vorgänge und das Ausbleiben markanter Eigenheiten verhindern jedoch eine deutliche Empfehlung des zuweilen spannenden Stoffes.
5,5 von 10