„The Eiger Sanction“ war einer der erfolgreichsten Eastwoods der 70er – was im Nachhinein verblüfft, denn nicht nur, dass der Held hier mal in einer ungewohnten Rolle aus Auftragskiller zu sehen ist, der Film wirkt auch heute gesehen eher unspektakulär, lebt eher von Eastwoods Charisma.
Natürlich ist Jonathan Hemlock kein klassischer Baddie, sondern übernimmt seine Mordaufträge bezüglich Personen, die sich in der Spionage oder im sonstigen Verbrechen etwas zuschulden kommen lassen haben.
Ungewöhnlich aber (was Eastwoods klassischer Sparmimik entgegen kommt), dass der Killer seine Aufträge aus persönlichen Motiven übernimmt, das Geld dafür benutzt er nämlich zur Ergänzung seiner Kunstsammlung. Da sein moralisches Empfinden unterdurchschnittlich bis nicht vorhanden ist (eine Idee, die „Grosse Point Blank“ später wieder aufnahm), bekommt er auch nie Gewissensbisse.
Demzufolge kommt Eastwoods unterkühlte Art hier sehr gut zur Geltung – besonders wird der Film aber erst durch seine zweite Hälfte, denn nachdem der erste der Mörder ausgeschaltet ist, bleibt nur die Information, das das zweite Zielobjekt, an einer Expedition zur Eiger Nordwand teilnehmen wird, der sich Hemlock natürlich anschließen muß.
Der Filmstar, der sich um seiner Wirkung willen zu so manchem Eigensatz nie zu schade war, ist dann hier auch sehr deutlich selbst im bergsteigerischen Einsatz und die Alpinistensequenzen haben wirklich herausragende Qualitäten und wirken sehr gefährlich (was sie dann auch waren, denn einer der teilnehmenden Bergsteiger kam während der Produktion ums Leben) und lebensecht.
Daß der Film dann eine weniger spektakuläre Auflösung hat, sondern mehr auf Suspense und innere Spannung setzt, rundet das Bild ein wenig ab, denn ansonsten ist der Film gerade durch Hemlocks Unterkühltheit wenig originell, wenn auch relativ hart (abgesehen von den bei Eastwood öfters vorkommenden Seitenhieben auf Homosexuelle).
Ein reiner Unterhaltungsfilm, dessen Schauwerte vom Publikum damals honoriert wurden, heute wirkt „Im Auftrag des Drachen“ (der deutsche Titel bezieht sich auf Eastwoods Auftraggeber, einen Albino) leicht antiquiert, aber das seit Luis Trenker selten verwendete Sujet kann immer noch faszinieren. (7/10)