Review

Die US-Präsidentin Danielle Sutton reist gemeinsam mit ihrem Ehemann Derek und ihren beiden Kids Serena und Demetrius zum G20-Gipfel nach Kapstadt, um ihre digitale Währungsreform für die armen afrikanischen Farmer durchzusetzen und so den Welthunger zu beenden (don't ask!). Der ehemalige Special Forces-Soldat Rutledge stürmt mit seinen Leuten kurz nach Beginn die Veranstaltung, um mit den als Geiseln genommenen Staatsoberhäuptern Deep-Fake-Videos zu produzieren, mit denen er die weltweiten Finazmärkte zum Einsturz bringen und seine eigene Kryptowährung ein wenig pushen will (DON'T ASK!!!). Präsidentin Sutton kann sich zusammen mit ihrem Leibwächter und einigen weiteren Politikern der Gewalt der Söldner entziehen und geht dank ihres militärischen Backgrounds, der ihr damals zum Wahlsieg verholfen hatte, zum Gegenangriff über... Komm zurück, "Air Force One", alles ist vergeben und vergessen...! Eigentlich hatte man Wolfgang Petersens krampfigen 1997er Der-POTUS-haut-Terroristen-die-Fresse-dick-Heuler ja als ziemlich undifferenziertes und hurrapatriotisches Machwerk auf dem Schirm, aber gegen "G20" nimmt er sich doch glatt noch als diskussionswürdiges Polit-Drama aus. Besagte Actiongülle hatte zudem den Vorteil, mit Harrison Ford in der Präsidenten-Rolle besser und zumindest halbwegs glaubwürdig besetzt gewesen zu sein... und eine Frage sei da nämlich doch gestattet: Wieso genau zieht es die als Charakter-Darstellerin etablierte Oscar-Preisträgerin Viola Davis (ähnlich wie zuvor bereits mehrmals eine Jessica Chastain) mit kurz vor 60 nun bitteschön noch ins Action-Fach, wo sie mehrere Typen im Nahkampf zusammenfaltet, die halb so alt und doppelt so groß sind wie sie...?!? Irgendwie kommt einem das Ganze so vor, als hätten die Macher ziemlich stark damit gerechnet, dass Kamala Harris nicht gegenüber Donald Trump den Kürzeren ziehen wird... und damit hat Hollywood wohl den eigenen Influence mal wieder ziemlich stark über- und/oder die Dummheit des gemeinen Wählers unterschätzt. Aber in "G20" gibt es noch viel mehr, worüber man sich ärgern kann: Wo früher selbst in einem hohlen Action-Streifen wie beispielsweise "Boomer - Überfall auf Hollywood" der Plan der Bösewichte noch einigermaßen nachvollziehbar gewesen ist und Sinn gemacht hat, schert man sich heutzutage einen Dreck um Plausibilität, sondern schmeißt stattdessen nur noch mit Schlagwörtern um sich, die es halt richten müssen: Währungsreform! Krypto! Deep-Fake! Die massive Blödhaftigkeit der manipulierten Videos, die man da dann tatsächlich zu sehen kriegt, grenzt da schon hart an der Beleidigung der Intelligenz des Zuschauers! Beim Unterjubeln einiger unterschwelliger, zeitgeistiger Botschaften ist man dafür aber wieder dicke dabei und so sind sämtliche Bad Guys durch die Bank weiß, die Helden allesamt schwarz und haben aus Alibi-Gründen noch ein paar schluffige Milchbrötchen wie den britischen Premierminister im Schlepptau. Okay, das alles könnte man irgendwie noch ignorieren, aber was "G20" mal echt das Genick bricht, ist der Umstand, nicht mal ein einziges, erinnerungswürdiges Action-Set-Piece parat zu haben... und mit ebensolchen war der ewige Genre-Evergreen "Stirb Langsam", der hier mal wieder kräftig Pate gestanden ist, vor annähernd 40 Jahren ja schon geradezu gespickt! So muss man dann doch zwangsweise zu dem Schluss kommen, dass die Kunst der "Die Hard"-Rip-Offs in den 90ern mit "Alarmstufe: Rot" und "Sudden Death" perfektioniert wurde und es ziemlich lange her ist, dass man einen guten Film von dieser Sorte gesehen hat... 12 Jahre, um genau zu sein, seit "Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr". Ergo: Stattdessen lieber nochmal einen der genannten Kracher reinziehen...

3/10

Details
Ähnliche Filme