Gipfel der gähnenden Gunweile
Neben John Cena und Idris Elba („Heads of State“) lässt Amazon in deren scheinbaren Sommer der ballerwütigen Staatsoberhäupter auch Viola Davies als US-Präsidentin mit Militärvergangenheit los, um den titelgebenden Staatengipfel von Terroristen zu befreien…
G-nach-Hause
„G20“ ist einer der monotonsten und ödesten Actionfilme, die ich seit langem gesehen habe. Graue Wände und schwarze Anzüge, viel Gelaber und wenig bis gar keine brauchbare Action, ein Ort und null Abwechslung, null Höhepunkte, keine Spannungskurve. Ein weiterer echter Rohrkrepierer von Amazon Prime, der immerhin „Heads of State“ nochmal deutlich besser aussehen lässt als er ist. Dafür kann man ihm danken - beim Rest kann man im Grunde nur noch abdanken. Zwei Stunden Leben, die man nicht mehr zurückbekommt. Antony „Homelander“ Starr gibt seinen besten „Hans Laber“ und macht als Bitcoin-Psycho-Terrorist aus Südafrika zumindest wenig falsch. Aber auch er bleibt hinter seinen Möglichkeiten. Und Viola Davies verzieht kaum eine Mine und spielt das passend zum völlig ernsten Ton des Films komplett witzlos und ohne Augenzwinkern runter. Kann man ja auch machen. Dann muss man allerdings actiontechnisch und von seinen Setpieces auch etwas liefern. Doch „G20“ ist eine triste Laberbacke, hakt nur lustlos ein paar bewährte „Die Hard“-Klon-Kästchen ab und liefert anders als einige seiner politischen Subjekte noch nichtmal wirklich Dienst nach Vorschrift. Er meint er sei „Lady Die Hard“, ist aber noch nichtmal „Baby Die Hard“. Wieder viel zu viel Geld von Amazon verbrannt. Mit einem total lahmarschigen Ergebnis, das man schneller vergessen hat als der Megaabspann lang ist. Besser skippen. Den kann man sich nicht schöntrinken, selbst dafür kommt er zu wenig aus dem Quark. Uninspiriert und unterdurchschnittlich. Jeden Tag der Woche nehme ich da doch viel lieber "White House Down" oder "Olympus Has Fallen".
Die Hard with a Presidette
Fazit: arg austauschbares, lediglich lautes und banal blasses Präsidentenhohlgeschoss, das selbst eine beneidenswert motivierte und schlagkräftige Viola Davies nicht in einen wirklich guckbaren Bereich heben kann. Weder Trash noch Feuerwerk. Einfach da, einfach eine Auftragsarbeit ohne Seele oder Esprit. Müde Maschinengewehrmadame.