Review

Wenn Handlungsmuster einer Erzählung derart offensichtlich an ein bekanntes Vorbild angelehnt sind und dieses auch noch namentlich erwähnt wird, ist es mit dem Ideenreichtum oftmals nicht weit her. Plump ausgedrückt könnte man auch von der russischen Variante von „Pretty Woman“ sprechen.

Der Mittvierziger Andrey ist ein windiger Geschäftsmann und Familienvater, der regelmäßig Kontakte zu käuflichen Damen pflegt. Alla ist Anfang Zwanzig, sollte laut ihrer strengen Mutter eigentlich studieren, doch aus lauter Rebellion führt sie ein Gammelleben, bis ihr der Geldhahn abgedreht wird. So lernen sich zwei Menschen kennen, die eigentlich überhaupt nicht zueinander zu passen scheinen…

Die Geschichte steckt derart voller Klischees, dass es anfangs einige kreative Gimmicks benötigt um bei Laune zu halten. So werden Allas Gedankengänge zweimal visualisiert, um ein wenig Humor unterzubringen, was im Verlauf leider komplett vernachlässigt wird.
Auf den ersten Blick kommen die Protagonisten noch nicht einmal sonderlich sympathisch rüber, was das regelmäßige Fremdgehen einerseits und das inhaltslose Abhängen andererseits untermauern.

Immerhin kommt das Zusammenspiel der solide performenden Mimen auf physischer Ebene einigermaßen glaubhaft rüber. Die unvermeidlichen Erotikeinlagen umfassen etwas nackte Haut, die primäre Geschlechtsorgane relativ geschickt gefilmt ausklammern, wobei der Funke auch diesbezüglich nicht überspringt. Zumal es beiden Darstellern an der entsprechenden Ausstrahlung mangelt.

Einigermaßen drollig sind noch die Unternehmungen der beiden, auch wenn dies abermals mit Klischees einhergeht, wenn die Wilde den Geschäftmann in die ranzige Tanzspelunke führt und der am darauf folgenden Tag kaum entsprechende Verträge unterschreiben kann.
Ein paar kleine, süße Einfälle sind schon vorhanden, doch gegen Ende holt der Stoff deutlich zu weit aus, um noch einige Thrillerelemente unterzubringen.

Spätestens hier merkt man dem Werk endgültig die mangelnde Kreativität an, wobei der leicht melancholisch stimmende Ausklang eher auf der Habenseite zu verbuchen ist.
Am Ende des Tages ist es nahezu gleich, ob sich Gegensätze anziehen, ob aus reinem Sex Liebe werden kann oder ob Menschen, denen man jeweils deutlich mehr Reife eingeräumt hätte, auch mal über die Stränge schlagen dürfen.
4,5 von 10

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