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Inzwischen dürften diverse Filmemacher in den Startlöchern lauern und nur darauf warten, dass das Copyright von 95 Jahren abläuft und bestimmte Figuren der Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Winnie Puh machte den Anfang, mit „Mouse Trap“ folgte bereits eine erste Verhunzung von Micky Mouse, wogegen hier zumindest die Produzenten um die Reihe „Terrifier“ mitmischen.

Nicht allzu viele Passagiere befinden sich auf der nächtlichen Fähre von Long Island nach Manhattan. Noch ahnt niemand, dass zuvor zwei Mechaniker unfreiwillig eine Killermaus reaktivierten, welche sich nun auf eine blutige Mission begibt…

Leider kann David Howard Thornton, den man als Killer-Clown aus „Terrifier“ kennt, nicht vollends sein mimisches Talent ausspielen, da die Mimik unter der beinahe putzig anmutenden Fellmaske nahezu entfällt. Angelehnt an den ersten Disney-Film „Steamboat Willie“ von 1928 hampelt er dennoch hin und wieder angemessen zynisch herum, während ein wiederkehrendes Pfeifen zu seinem Markenzeichen wird. Die Größe der Figur, welche per Greenscreen abgelichtet und danach in die Szenerie geworfen wurde variiert allerdings von Szene zu Szene, was den surrealen Touch der Figur verstärkt, ihr allerdings weniger Schrecken verleiht.

Unter den Passagieren findet sich derweil allenfalls eine kleine Handvoll Sympathieträger, wogegen die feiernden Influencerinnen sogleich das Etikett der zu eliminierenden Materie vor sich hertragen. Während sich die mordende Maus überwiegend reihum einzelne Opfer auswählt, kommt es im Kollektiv zu einem durchaus beachtlichen Bodycount. Die Splattereinlagen reichen vom Hammer in der Hand über den abgetrennten Schniedel, vom zweckentfremdeten Einsatz eines Gabelstaplers bis zur Drahtschlinge um den Hals. Die handgemachten Einlagen erreichen ein durchaus ansehnliches Niveau, obgleich bei der Vielfalt der Ableben noch etwas Luft nach oben gewesen wäre.

Was primär in der ersten Hälfte punktet, ist der zwar überschaubare, doch im nächtlichen Nebel durchaus stimmungsvolle Schauplatz, der einige hübsche Panoramablicke einbindet. Auch der Score ist um Abwechslung bemüht und versucht primär während und nach den Kills eine sarkastische Note zu verbreiten. Demgegenüber kommen die Darsteller allenfalls auf Mittelmaß, sonderlich gefordert wird allerdings niemand.

Leider eröffnen sich innerhalb des 102 Minuten andauernden Treibens einige Längen und auch die Spannung leidet unter einigem Leerlauf im finalen Akt, welcher sich mit mehreren Szenen nach dem Showdown und der Ankündigung einer Fortsetzung unnötig zieht.
Slasherfans erhalten zwar passables Material, doch in Sachen Humor, Tempo und Kreativität wäre definitiv mehr drin gewesen.
5 von 10

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