Review

Eine Bootsfahrt die ist lustig...

Hörst du das Pfeifen, das Trapsen und Tapsen, das Lachen und Slashen, siehst du die Ohren und Augen, die dich durchbohren... Die Killermaus geht um auf der Fähre des Hudson Rivers in New York - und Walt Disney dreht sich im Grab...

Slashen in anderen Fährensphären

Nachdem schon Winnie Pooh und andere Kinder- und Disneyikonen aufgrund ausgelaufener Rechte und Lizenzen für Horrorzwecke und C-Movies missbraucht wurden, ist nun die Maus höchstselbst dran in dieser nächtlichen Fahrt an der creepy Skyline von New York. Vom Produktionsstudio der "Terrifier"-Filme wusste man hier ganz genau, was man mit diesem Humbug veranstaltet oder besser gesagt verunstaltet. Ein kreativer, matschiger, abgefuckter und ultrablutiger Kill nach dem anderen. Da rollen Köpfe, da wird gehäutet und auf Leichen gerotzt, werden Penisse abgehackt und Körper zerquetscht, das ist in seiner comichaften Art schon ein gutes Stück fies und menschenverachtend. Was ich aber eher als Stärke in diesem Subgenre sehe. Das Mäusekostüm sieht nicht gut aus, eher sogar richtig kacke, erst recht die Größenverhältnisse. Da reißt dann auch David Howard "Art" Thornton höchstpersönlich mit seinem Schtick nur noch wenig raus. Die Figuren bekommen nur ein Mindestmaß an Charakterisierung, wenn überhaupt. Und Tiefe oder Mehrwert hat das Ganze selbstredend zu keinem Zeitpunkt. Aber wenn man vielleicht mit zwölfzig Bier und ein paar Buddies auf Slasher steht und am Freitagabend eh nichts anderes zu tun hat - warum nicht?! Der Bodycount ist gut, die sehr oft praktischen (!) Splattereffekte gehen schön saftig in die Vollen und manch ein Shot des nebeligen New Yorks kann sich sogar sehen lassen. Eine kurze animierte Sequenz ist sogar ambitionerter als man erwarten konnte. Daher habe ich mit "Screamboat" für den Moment gar kein Problem. Mit dem gesamten Konzept und dieser (hoffentlich bald schon wieder abflauenden) Welle an plumpen und verdrehten Puschelplagiaten vielleicht schon eher. Wer aber mit "Blood & Honey II" letztens schon eine halbwegs feuchtfröhliche Zeit hatte, wird sich auch hier nicht langweilen. Obwohl die Runtime noch knapper bemessen hätte werden müssen. Doch streng genommen ist selbst sowas wie "Hatchet" oder "Chromeskull" jetzt nur noch alles andere als weit entfernt...

Fazit: zwar nur ein Kill nach dem nächsten... aber die haben es in sich und insgesamt ist das erstaunlich guckbar. Zumindest als Slasher- und Trashfan. Die Morde sind kreativ, gemein und augenzwinkernd, Disney wird mit Füßen getreten und die weichgezeichneten Skylines von NYC machen etwas her. Daher bin ich (auf niedrigem Niveau) positiv überrascht.

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