Review

Intermission ist einfach ein guter Film, der aber ein wenig an sich selbst scheitert und so den Eintritt in die Königsklasse knapp verpasst.

Er unterhalt zwar zu jeder Zeit, die erste Szene des Filmes wirkt schon wie ein Wachmacher und bleibt einen im Gedächtniss, wirkt allerdings stellenweise auch ein wenig gekünstelt ( die deutsche Synchro wirkt dabei nicht unbedingt förderlich....) , was sich manchmal negativ, manchmal sogar positiv auf die jeweilige Szene/Situation auswirkt. Die Komik, die aus dem Mix aus absurden und dennoch realistischen Elementen ensteht, ist auf jeden Fall sehenswert, problematisch wird es jedoch bei dem Versuch des Regisseurs, immer wieder Extreme in die Geschichte(n) einzubringen. Vor allen gegen Anfang passieren im Geschehen oder in Dialogen doch so manche Sachen mit Fäkalien etc, dabei allerdings wurde nicht unbedingt Rücksicht genommen wie es zum Rest des Filmes passt. Man könnte nun sagen der Film deckt sowohl Extreme als auch Alltagliches ab, aber dennoch, mir vielen diese halbgar wirkenden Versuche meistens eher negativ auf, obwohl ich solche Anstrengungen bzw. Bemühungen definitiv begrüsse. Nur passen sollten sie dennoch in die Geschichte und sollten nicht nur einzelnd verstreut im ganzen Film zu finden sein. Ein anderes Problem stellt sicherlich das Ende da, dass sich zum einen jeglicher Aussagekraft bzw. Botschaft entzieht (weniger schlimm), zum anderen allerdings mit einer Art Gerechtigskeitssinn daherkommt, in dem der einzigen Figuren, die keine offensichtlichen Sympathieträger sein sollen, die schlimmen Schicksale, je nach Verhältniss zum Verhalten der Person, zustoßen( schon schlimmer) . Der Rest des Filmes ist ein wilder Mix in einem für Episodenfilme eher ungewöhnlicheren Bilderstil (schnelle Geschwindigkeit, unruhige Kamera etc) der wie schon erwähnt immer unterhält, allerdings keine feste Grundstruktur hat und so nur von seinen Szenen lebt und, wenn überhaupt, von einer platten Aussage ala "Liebe ist schön und anstrengend" geleitet wird. Hätte man genauer gewusst, was man will ausser ein unterhaltsames Bild über die Liebe, den Menschen unserer Zeit und den ganzen Rest, so hätte hier ein Meisterwerk enstehen können, denn sowohl Geschichte als auch Details haben großes Potenzial. Vieleicht sehe ich es zu hart, aber ich vermisse eine zumindest etwas klarere,deutlichere Linie. Die musikalische Untermalung steht qualitativ im Kontrast zum Bild, da sie sehr ausgewählt und anhörbar klingt, während das Bild Realitätsnahe durch Amateurlook vorzugaukeln versucht. Allerding passt das letzte Lied im Abspann meiner Meinung nach nicht zu dem Film selbst und den Situationen der Figuren, sodass das unwohle Gefühl entsteht, der Regisseur wollte vielleicht doch etwas mit diesem Film sagen und die "Schweins"Dialoge hätten den Sinn zu schocken// provozieren etc. ( was allerdings definitiv nicht gelungen ist) Naja, aber vieleicht interpretier ich wieder ein bischen zu viel in der Intention der kreativ Schaffenden herum.
Fazit: guter bis sehr guter Episodenfilm, der sich selbst durch fehlende Aussage und Grundgerüst jedoch im Weg steht und so dem Zuschauer nur Unterhaltung geben kann, aber kaum weiteren filmischen Wichtigkeiten wie Spannung, Kritik etc. aufbaut. Schade drum, das Potenzial wurde (leicht) vergeben.
7 bis 7.5/10 Punkten

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