Review

Was ist das nur für ein Film, in dem alle Akteure ihren Kaffee mit brauner Würz-Sauce trinken, dachte ich mir anfangs.
Dieser Running-Gag, der sich durch den ganzen Streifen steht ist nur einer der zahlreichen Absurditäten, die im Verlauf der gut 105 Minuten an den Tag gebracht werden.


INTERMISSION - CHAOS IN DUBLIN handelt von einer Gruppe junger, einfacher Menschen aus der irischen Unterschicht, die in ihrem Alltagsleben einfachen Jobs nachgehen und dabei dieselben zwischenmenschlichen Problemchen an den Tag bringen, di wir alle nur zu gut kennen: Wir begleiten den netten John, der sich in seiner Beziehung zu Deirdre nicht sicher ist und deshalb lieber mal eine "Beziehungspause" einlegt. Andererseits gibt es da noch seinen Freund Oscar, der weniger auf Frauen wirkt und glaubt, frigide zu sein, weil ihn sexuell nichts mehr stimulieren kann.. Deirdre wiederum möchte nach dem Trennungs-Schock nun lieber mit dem älteren Banker leben, der dafür sogar seine Frau verlässt. Des weiteren gibt es noch die schnurrbärtige Sally, die von den Männern schwer enttäuscht ist und sich hinter einer Fassade aus Zurückhaltung und Griesgrämigkeit versteckt. Diesen eher sympathischen Charakteren stehen auf der anderen Seite harte Jungs wie der Gelegenheitsverbrecher Lehiff (Hollywood-Star Colin Farrell wie man ihn noch nie gesehen hat) entgegen, der auf Bewährung über die gesamte Laufzeit des Streifens von einem Cop (Colm Meaney in einer Paraderolle) verfolgt wird.

In beliebter SHORT CUTS-Manier schafft es der Regisseur John Crowley in seinem beachtlichen Regiedebüt die Fäden und Querverbindungen zwischen diesen liebenswert dargestellten Charakteren zu verbinden, Grenzen zu überschreiten und dabei an manch seltsamer Erfahrung dazugewinnen. Dabei steht erstaunlicher Weise nicht der skurrile Humor im Vordergrund, vielmehr wird hier großer Wert auf die Einzelschicksale der Protagonisten gelegt, wodurch der Film eine unglaubliche Intensität an den Tag legt. Der herzhafte irische Humor rundet die Geschichte zu einem vollkommenen Filmerlebnis ab.

Alles in Allem eine unterschätze Kino-Perle, die sich Zeit für Menschen und ihre Geschichten nimmt - So was sieht man leider immer weniger im Kino!

(8 / 10)

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