Review

"Spermula" hat den Titel eines Pornos, den Inhalt eines Sexfilms und die Umsetzung eines Kunststreifens. Welche Version ich nun genau gesehen habe, kann ich selbst nicht beurteilen, Eva Ionescu war jedenfalls nicht dabei.

Wieviele unterschiedliche Fassungen es von dieser Arthaus-Sexploitation gibt, kann wohl ebenfalls nicht mehr gezählt werden. Eine mit 88 Minuten, eine mit 103 Minuten,explizite Szenen raus, Handlungsstränge und Dialoge vertauscht etc. Auch hier scheint so ein kleiner "Dawn of the Dead"-Effekt eingeschlichen zu haben.

Bekanntermaßen geht es um ein Frauenkommando aus dem All, das auf die Erde kommt, um die Männerwelt entsprechend auszusaugen... Regisseur Charles Matton setzt hier auf eine durchaus beeindruckende Bildersprache: Stylish photographiert wurde ein Szenario entworfen, dass irgendwo zwischen Puff, Burlesque, Zwanzigerjahre und völlig beknackt hin und her pendelt. Der Film ist weniger SciFi im klassischen Sinne, sondern eher eine Groteske, bei der in kurzen Ausschnitten sogar die Grenze zum Hardcore überschritten wird. Die Charaktere gehen fast allesamt ins Karikaturenhafte.

Wäre "Spermula" nicht bisweilen so schrecklich langweilig, so könnte dieses Werk zu den ganz Großen seines Fachs gehören. Fürs Auge und fürs Kunstempfinden wird mehr getan als für den Kopf. Dennoch sehenswert.

Möge der Saft in der Milchstraße ewig fließen...

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