Sympathie & System
"Karate Kid: Legends" geht mit seiner lobenswert knappen Laufzeit clever, konzentriert und kurzweilig um, führt mehrere Stränge, Figuren, Konzepte der Reihe zusammen, überführt sie in die Kinokultur der 2020er und erzählt grundsympathisch, sicher, bodenständig eine klassische Martial Arts-Underdog-Story, in der sich ein chinesischer Jugendlicher neu in New York behaupten muss - und dabei mit Jackie Chan und (!) Ralph Macchio gleich von zwei Legenden Lehrmeisterschaft bekommt...
Der beste "Karate Kid" seit Okinawa?!
Eine der schönsten, wenn auch berechenbarsten Überraschungen des Jahres - das ist "Karate Kid: Legends". Zumindest wenn man die Erwartungen niedrig hält. Zumindest wenn man Fan des Franchise ist. Zumindest wenn man ihn vielleicht mit der "nächsten Generation" guckt. Macchio und Chan sind eh Sympathieträger, haben eine gute Chemie. Wie beide Seiten zusammengeführt werden ist vollkommen cool. Auch mit der jüngeren Garde hier kann man arbeiten. Die Kämpfe sind in Ordnung choreografiert, fast schon deutlich besser als in "Cobra Kai" und alles ist etwas für die aktuelle Zeit gepimpt. Und der synthwavige Soundtrack wellt sich lockerflockig durch den Big Apple. Es gibt an den richtigen Stellen Cheese und Reminiszenzen an "bessere" Zeiten. Zum Glück viel mehr "Mr. Miyagi" als Jaden Smith. Der finale Turnierkampf auf dem Dach eines Hochhauses kann sich sehen und fühlen lassen. Und selbst wenn er insgesamt vielleicht das neue "Vorzeige-Legacy-Sequel" sein mag und wirklich sehr, sehr "by the numbers" erscheint - "Karate Kid"-"Numbers" funktionieren halt richtig gedrückt immer noch. Zumindest bei mir!
Fazit: grundsolide Fort- und Zusammenführung des Franchise... Macht nicht immer alles Sinn, ist ganz klar eher filmisches Fast Food (wie es "Karate Kid" schon immer war), bestimmt kein Klassiker wie das Original, macht jedoch auch kurzweilig und überraschend Fun, wenig falsch, wenig eigen!