Nach dem limitierten Ralph Macchio und dem absoluten Nichtskönner Jaden Smith also endlich mal ein talentierter Fighter in der Titelrolle des Franchise. Wieder geraten Kung Fu und Karate durcheinander, vermutlich um Drehorte, Hauptdarsteller und Vorgänger-Teile zu rechtfertigen. Den starken China-Einfluss auf die Handlung würde ich zudem als Anbiederung an diesen konsumstarken Ameisen-Markt werten. Einen Bezug zum belanglosen Serien Spin-Off kann ich nicht einschätzen, aber wenn es einen gibt, hat meine Unwissenheit nicht gestört. Zum eigentlichen, was bietet der neue Teil. Positiv würde ich die straffe Laufzeit, die leichtfüßige Inszenierung und die sympathischen Protagonisten hervorheben. Aus dem resultiert aber auch gleich das wesentliche Manko, praktisch der Kniefall vor dem medialen Zeitgeist. Ab der Exposition fühlt sich alles wie auf der Vorspultaste an. Hier brauch also kein Adoleszenter mit eingeschränkter Aufmerksamkeitsspanne auf doppelte Geschwindigkeit drücken. Für Second Screen ist also auch wenig Spielraum, zumal die technischen Spielereien sich schon wie Doppelbeschallung anfühlen. Alles bleibt liebend gern an der Oberfläche, als ob vom Drehbuch nur die Kapitelüberschriften herangezogen wurden. Ansonsten more of the same, aufgewärmt, noch mit den gerade beliebten Geschmacksverstärkern gepimpt. Die Produzenten mussten wohl eine Entscheidung zur Ausrichtung treffen, in Richtung der Nostalgiker und Fans der alten Filme ging jene eher nicht.