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Nach wenigen Minuten wird klar, dieser Film hat einen anderen Ton als die Vorgänger. Nicht reduziert, kalt, bretthart, nihilistisch, sondern. Ja, was? Nicht das, was Fans der Reihe sich wohl gewünscht hätten. Einzig die Videokamera-Optik soll wohl an die ursprüngliche Formel erinnern, macht sie aber auf Dauer auch nicht. Dieses Schnitt-Chaos, die dokumentarischen Einspieler, Wackel-Kamera, die Geräuschkulissen, die Perspektiven fern der Sehgewohnheiten, all die technischen Spielereien. Danny Boyle und Alex Garland so bei einem Bier, oder ganz vielen: "Scheiß auf das Publikum, scheiß auf das Konzept, wir machen Kunst!". So ausufernd, wie Kunststudenten es in ihrem unreflektierten Übermut zelebrieren würden. Zum Glück kommt nach der wilden Einführung ein Aber und „28 Years“ wirkt zeitweise wie ein anderer Film, oder überhaupt einer. Geradliniger, greifbarer, jedoch inhaltlich immer noch nicht wie erwartet. Anders gut. Eine stimmige Coming-Of-Age-Geschichte, ein gefühlvoller Reigen über Liebe und den Tod. Dazu einige interessante neue Ideen zum Worldbuilding. Die Rettung? Die Freude war leider nicht lang, dann folgt nochmal ein finaler Tritt in den Allerwertesten mit diesem Wtf-Ende. Also wieder auf Anfang, mit den Erwartungen in Richtung ernsthafter apokalyptischer Alptraum, eben nicht experimenteller Klamauk. Können wir uns auf Teil 2, bzw. 3.2 freuen? Eher nicht, zumindest nicht bei der Nachricht einer Regisseurin, und dann noch einer solcher Stümperwerke bisher.

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