Robert Redford spielt einen Ganoven, dessen Freund und Mentor von einem Unterweltboss getötet wird, an dem er sich nun rächen will. Er wendet sich an einen ausgebrannten Ganoven, der in der Vergangenheit schon viele größere Coups in die Tat umsetzte, gespielt von Paul Newman. Zusammen tüfteln sie einen Plan aus, mit dem sie den Unterweltboss austricksen können, dabei stehen ihnen jedoch die Polizei und ein Auftragskiller im Weg.
"Der Clou" ist einer der größten Klassiker der Filmgeschichte, wurde mit sieben Oscars prämiert, darunter Bester Film und Beste Regie und ist fast zeitlos. Auch heute strotz der Film nur so vor Charme und Nostalgie und ist damit ein wirklich empfehlenswertes Werk. Die Kulisse ist absolute Klasse und bietet tolle Bilder der 30er Jahre. Die Garderobe und die Requisiten sind ebenfalls schön nostalgisch und werden Fans von Klassikern das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die Musik ist ebenfalls sehr gut gemacht, vermittelt dieselbe Eleganz wie die Kulisse und passt mit ihren meist heiteren Klavierklängen hervorragend in den Film. Regisseur George Roy Hill, der für dieses Werk verantwortlich ist, hat also definitiv gute Arbeit geleistet. Neben dieser stilvollen Umsetzung, die vor allem in unserem Zeitalter der Reizüberflutung sehr schön anzusehen ist, leistet er aber auch beim Aufbau von Spannung und Dramatik gute Arbeit. Er hält das Erzähltempo die ganze Zeit über hoch genug, dass der Film nicht langweilt und baut einige hintergründige Witze ein, die den Unterhaltungswert die ganze Zeit über hoch halten. Nachdem man bereits ausgeklügelte Gangster-Komödien wie "Oceans Eleven" oder "Confidence" gesehen hat, ist der Film nicht mehr ganz so spannend, wie er mal war, aber ansonsten kann man das Meisterwerk von George Roy Hill als zeitlos bezeichnen. Obwohl ich persönlich überhaupt kein Fan von Klassikern bin, hat mir das Werk gefallen.
Die Story ist nicht schlecht, kann aber mit modernen Gangsterfilmen, mit ausgeklügelten Coups und halsbrecherischen Einbrüchen nicht mehr ganz mithalten. Die Charakterkonstruktion ist ordentlich und vor allem bei den Hauptfiguren hat man sich sichtlich Mühe gegeben, die Figuren einerseits mit Tiefe, andererseits aber auch locker und sympathisch darzustellen. Die Wendungen können teilweise überraschen, wobei aber vor allem in der ersten Hälfte überaus sparsam mit Überraschungs-Momenten umgegangen wird. In der zweiten Hälfte gibt es dann einige unvorhersehbare Wendungen und einen Ansatz von Spannung und Dramatik. Die Story ist somit ebenfalls gelungen, auch wenn sie im Laufe der Jahre mehrfach übertroffen wurde.
Oscar-Preisträger Paul Newman spielt die Rolle des ausgebrannten Gauners hervorragend und sorgt mit seiner stellenweise überaus ironischen Art für einige Gags. Nach seinen starken Leistungen in "Die Katze auf dem heißen Blechdach" und "Haie der Großstadt" zeigt er erneut, dass er zu den besten Darstellern des 19. Jahrhunderts gehört. Darüber hinaus ist er ziemlich stilvoll und charmant, genauso, wie Robert Redford, der in einem seiner früheren Filme zu sehen ist und für "Der Clou" seine erste Oscar-Nominierung bekam. Er spielt sehr rebellisch und charmant und ist damit sehr liebenswert. Wie später George Clooney in der Oceans-Reihe tragen auch diese beiden stilvollen Ganoven mit ihrer guten Leistung zum Gelingen des Films bei.
Fazit:
Mit einer Umsetzung, die kaum stilvoller sein könnte, einer sehenswerten Kulisse, einer geschmackvollen Garderobe und zwei brillierenden Hauptdarstellern hat "Der Clou" einen hohen nostalgischen Wert und ist damit einer der Klassiker, die man sich auch heute noch gut ansehen kann, auch wenn die Story mittlerweile überholt ist.
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