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iHaveCNit: Der Phönizische Meisterstreich (2025) – Wes Anderson – Universal

Deutscher Kinostart: 29.05.2025

gesehen am 23.06.2025

Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Studio – Reihe 3, Platz 1 – 20:30 Uhr

Der Geschäftsmann Anatol Zsa Zsa Korda ist mit teils unorthodoxen und teils fragwürdigen Methoden zum reichsten Mann in Europa in den 50er Jahren geworden. Mit seinen Methoden hat er sich jedoch nicht nur Freunde gemacht, so dass ihm konsequent nach dem Leben getrachtet wird und er diverse Mordversuche bereits überlebt hat – bis auch er an den Punkt kommt, dass sein Leben sich langsam dem Ende neigen könnte. So möchte er sein Vermögen an seine Tochter vererben und bestehende Verträge und Beteiligungen für ein großes, infrastrukturelles Bauprojekt aushandeln, was ihn auf eine skurrile Reise durch Phönizien führt, um seinen „Phönizischen Meisterstreich“ zu vollenden.

Als letzten Film aus dem Mai 2025 habe ich mir noch den neuen Film von Wes Anderson gesehen, der mittlerweile seit meiner Sichtung von „The Grand Budapest Hotel“ damals eine sichere Bank ist und mir durchgehend unterhaltsame Filme geliefert hat. Und da macht „Der Phönizische Meisterstreich“ auch direkt weiter. Wes Anderson kann sich wie einige wenige Regisseure in Hollywood ja aussuchen, welche Stars er für sein Ensemble auflaufen lässt und teils auch komplett gegen den Strich gebürstet in eher untypische Rollen besetzt. Und da ist Benicio Del Toro in der Hauptrolle ein großer Spaß. Vor allem in der Kombination mit Mia Threapleton als seine Tochter und Michael Cera als eine Art Privatlehrer für Kordas Söhne. Während die vergangenen Filme von Anderson eher theatralisch, episodisch und anthologiehaft gewesen sind, ist „Der Phönizische Meisterstreich“ ein erfrischend filmischer Film, der zwar auch episodenhaft erzählt wird, aber sich wesentlich filmischer anfühlt und eine zusammenhängende Geschichte erzählt. Die Episoden selbst sind eine unterhaltsame, skurrile Ansammlung von diversen Stationen der Reise von Del Toros Korda und da trifft er auf ein Ensemble mit unter anderem Riz Ahmed, Tom Hanks, Bryan Cranston, Mathieu Amalric, Jeffrey Wright, Scarlett Johansson, Benedict Cumberbatch und viele weitere Darsteller ergänzen den Film und machen den Film zu einem Ereignis. Eines der ganz großen Themen bei Anderson ist auch das Visuelle vom gesamten Setdesign bishin zu den gewählten Kameraeinstellungen und Fahrten in diesem Film ein Erlebnis, dass man sich mehrfach anschauen und auch einrahmen möchte, damit man jedes Detail erfassen kann. Der unterhaltsame, teils auch makabre Film ist jedoch auch in gewisser Art und Weise eine schöne Charakterentwicklung mit einer Läuterung für Del Toros Korda und eine Fabel für Moral kapitalistisches Geschäftsgebaren und damit ist Anderson sein eigener „Phönizischer Meisterstreich“ gelungen.

„Der Phönizische Meisterstreich“ - My First Look – 9/10 Punkte




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