Spannung 10, Realismus 0. So ungefähr kann man dieses Verwirrspiel beschreiben. Mal wieder ein Münchener Fall, der ausserhalb in einer begrenzten Location spielt. Diesmal in einem Luxushotel in den Bergen während eines Schachturniers. Und da es um einen Mord unter Schachspielern geht, ist hier feinste Detektivarbeit angesagt. Es gibt immer neue Irrungen und Wirrungen und es wird hundsgemein spannend und auch tragisch, denn nicht jeder Ermittler wird diesen Abend überleben.
Spätestens mit diesem Todesfall dann geht jeglicher Realismus flöten. Und es macht zwar Spass dem weitern Verlauf zu folgen, aber sein Gehirn sollte man spätestens jetzt ausgeschaltet haben. Das Finale dann während der finalen Schachpartie. Und es gelingt, die Spannung des Matches (ich habe keine Ahnung von Schach!) auf den Zuschauer zu übertragen. Zum Schluss noch eine kleine Schlusspointe, aber das war ja zu erwarten, denn Schachspieler planen ja immer einige Züge vorraus.
Unterm Strich ein etwas merkwürdiger Tatort und als klassischer Krimi wohl auch nicht so gut gelungen. Wenn man aber bereit ist, die Absurdität des Ganzen in Kauf zu nehmen, war das ein recht spannender Film. Macht 7 Sterne für gute Unterhaltung Minus 1 Stern für Realismus-Ferne.