Nachdem dieser Film mit Spott und Häme überschüttet worden war, hatte ich meine Erwartungshaltung etwas angepasst. Das war auch gut so, denn die Machart war schon etwas krude. Dabei habe ich versucht, den künstlerischen Anspruch zu suchen, welchen ich aber nur bedingt entdeckt habe. Diese moderne Version von Apocalypse Now versucht ihre Geschichte durch die Augen eines PTBS-gebeutelten Soldaten zu vermitteln. Dabei wird ein grobkörniges Bild eingesetzt, es kommt zu Halluzinationen und Farbenspielen. Der Kamerastil erinnert etwas an das europäische 70er-Jahre-Kino. Hat schon was kunstvolles, hat aber nicht meinen Geschmack getroffen. Größtes Problem sind die Darsteller. Eastwoods Sohn kann nun mal nicht schauspielern, das sieht man hier wieder einmal sehr deutlich. Was aber noch Spitzenklasse war im Vergleich zum Auftritt von Jamie Foxx. Der gibt als Sektenguru eine Selbstdarstellungs-Show zum Fremdschämen ab. Das war echt unterirdisch, nur noch übertroffen von seiner dämlichen Frisur. In mehreren Kurzauftritten entdeckt man diverse bekannte Darsteller, die ihr Talent aber nicht zeigen können. Nächstes Problem ist die Unübersichtlichkeit, gerade in den Actionszenen. Soll wohl das Chaos repräsentieren, nimmt den Zuschauer aber nicht mit. Richtig ärgerlich wirds dann im Finale im Inneren eines Stauwerkes. Faustkampf unter flammenwerfern, satanisch bemalte Trommler und Zuschauergebrüll von Zuschauern, die gar nicht da sind. Soll kunstvoll wirken, ist aber trashig-dämlich. "God is a Bullet" hat das weitaus besser hinbekommen. (Da hatte ja Jamie Foxx auch mitgespielt, hätte er seinen Regisseur mal besser beraten können...).
Fazit: Der Versuch, einen Kunst-Actionfilm zu drehen, ist ziemlich daneben gegangen. Die Action ist schwach inszeniert, der Trashfaktor ist enorm, die Darsteller sind schlecht und Spannung gabs auch keine. Mehr als gute 4 Sterne sind da echt nicht drin.