Drei Episoden. 1) „The Shield“: Die Wikingerkriegerin Ursa zieht mit ihrem Sohn Anders los, um sich an dem Mörder ihres Vaters zu rächen. Ursa dringt in die Festung ihres Gegners ein und muss, bevor sie den Mörder selbst richten kann, feststellen, dass da ein viel größerer Gegner auf sie lauert. 2) „The Sword“: Kenji und Kiyoshi, die beiden Söhnen eines stoischen Samurais, haben seit frühester Kindheit einen fatalen Bruderzwist. Nach dem Tod des Vaters kommt es zum Bruderduell, bei dem sich ein außerirdischer Predator einmischt. 3) „The Bullet“: Der Zweite Weltkrieg tobt und Torres, ein Mechaniker auf einem US-Flugzeugträger, der gerne selbst Pilot werden will, legt sich über dem Himmel Frankreichs mit einem mysteriösen Fluggerät an, welches die Rotte seiner Freunde und Kameraden dezimiert.
Dass das „Predator“-Franchise mitunter nicht immer glückliche Züge angenommen hatte, weiß so ziemlich jeder Fan der Filmserie. Unsäglichkeiten wie z. B. „Alien vs. Predator 2“ stoßen einem noch heute schlecht auf. Doch dann kam 2022 Dan Trachtenbergs „Prey“ und erweiterte das Predator-Universum nicht nur inhaltlich, sondern änderte auch qualitativ wieder die Richtung. Nun hat Dan Trachtenberg nachgelegt und zusammen mit Joshua Wassung „Predator: Killer of Killers“ geschaffen, einen Animationsfilm mit Anthologie-Inhalt. Wow! sagt da der Fan, mutig sagt da der Kritiker. Mutig deshalb, weil Animationsfilme für Erwachsene – und, ja, „Predator: Killer of Killers“ ist wirklich nur was für Erwachsene – in westlichen Gefilden schon immer ein schweres Standbein hatten. Vielleicht mag dies der Grund dafür sein, dass der Film, der wahrlich ein guter ist, nur für ein Streaming-Portal produziert worden ist. Inhaltlich knüpft man quasi an „Prey“ an und zeigt mit den drei Episoden auf, dass schon immer und zu jeder Zeit die allseits beliebten Alien-Predatoren unsere Erde besucht haben: ein Schachzug, der erstmals auf das erweiterte „Yautja“-Universum der „Predator“-Comics verweist und noch auf viele weitere Filme mit den Jäger-Alien hoffen lässt! Die kulturell und historisch unterschiedlich verorteten Episoden bieten abwechslungsreiche Settings an, die dargestellten Kämpfe sind hart sowie wuchtig und die Action stimmt. Gesprochen wird insgesamt sehr wenig, dafür aber umso mehr geblutet. Das alles hat trotz eines gewollt nicht-fotografieähnlichen Animationsstils Gesicht und ist reizvoll bis zur obligatorischen Verknüpfung aller drei Episoden in einer Art Abschlusskapitel, das auf einem fernen Planeten spielt. Ganz besonderen Reiz versprüht „Predator: Killer of Killers“ darin, die vielen Verknüpfungen zu bisherigen Figuren und Erzählsituationen der bisherigen Filme aus der Reihe zu identifizieren. Mehr davon!
© Selbstverlag Frank Trebbin