Review

Zwei Priester, jeder geplagt von seinen eigenen Dämonen, stehen vor einer schicksalhaften Herausforderung: Der eine, ein Geistlicher, kämpft verzweifelt mit seinem Glauben, während der andere von den schattenhaften Erinnerungen seiner dunklen Vergangenheit heimgesucht wird. Ihre Wege kreuzen sich, als sie sich zusammenfinden, um einer jungen Frau zu helfen, die von einer unheimlichen Macht in ihren Bann gezogen wurde.

Al Pacino spielt mit. Das war in früheren Jahren ein Garant dafür, dass man hier gescheites Kino zu sehen bekommt. Doch die Zeiten sind lange vorbei, denn der stark ergraute Charakterdarsteller dümpelt, ähnlich wie Kollege de Niro, in ziemlichem Schrott rum. Anscheinend müssen die beiden dann doch die Rente noch aufbessern.

Hier hat es ihn besonders schlimm erwischt, denn er wirkt die ganze Spieldauer, als hätte er sich mehrere Valium reingepfiffen. Ob das Absicht war, wird der Regisseur wohl für sich behalten – wenn ja verstehe ich die Begründung nicht.

Natürlich gibt es in Exorzisten Filmen nicht wirklich noch etwas neues zu erzählen. Das Thema ist wohl wirklich komplett ausgereizt. Nun muss man dem Film aber zu Gute halten, dass sich der Streifen wohl sehr nah an den Aufzeichnungen bewegt, die 1928 von einem der beiden Pfarrer dokumentiert wurden und deshalb ist der Film fast schon ein intimes Kammerspiel geworden.

Aber genau darunter leidet dann die Spannung, denn an manchen Stellen wird der Exorzismus dann jäh unterbrochen. So ist es damals wohl wirklich gewesen, aber für einen Horrorfilm sind diese Cuts natürlich tödlich was den Suspense angeht.

Gegen Ende nimmt das ganze dann endlich Fahrt auf und Madame spuckt Gift und Galle und darf natürlich auch wieder in Fremdsprachen alle beschimpfen, obwohl sie diese eigentlich gar nicht beherrscht.

Ich habe nach dem Film im Internet gegoogelt und da wurde das Schicksal der Dame auf einigen Seiten näher beleuchtet und nach der Austreibung des Teufels (egal ob man das alles glaubt oder nicht) führte sie wohl noch ein ganz ruhiges und auch recht langes Leben.

Fazit: Trotz namhafter Darsteller, allem voran Pacino gerät THE RITUAL doch recht bräsig. Ich denke wir haben nun auch wirklich das Subgenre erledigt, man kann da einfach nichts mehr Neues hinzufügen. Und lieber Al, wir gönnen Dir alle die wohlverdiente Rente.









Details
Ähnliche Filme