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Zwischen Alptraum und Vorahnung, Es und Angst

In diesem äußerst formidablen, übernatürlichen Slasher, der nur auf (d)eine (Wieder-)Entdeckung wartet und gerade im Vereinigten Königreich mit seinem wohl ultimativen Release ausgestattet wurde, verschlägt es eine in sich gekehrte Künstlerin mit grauenhaften Alpträumen zusammen mit ihrem Zwillingsbruder und ihren Partnern auf eine abgeschiedene Insel. Dort geschehen plötzlich grausame Morde. Könnte sich die Bestie aus ihren visionären Träumen etwa manifestiert haben und nun ganz real Leben kosten?

Die Anzahl an Ermordeten ist überschaubar aber oft genug sind die Kills saftig und sehenswert. Das Setting scheint öde, bietet aber eine sehr abgeschiedene und unerreichbare Stimmung. Die Story klingt banal, saugt einen aber dennoch ein. Die Darsteller sind in Ordnung, die Protagonistin sogar anstrengend, aber man zittert dennoch mit. Es passiert eigentlich kaum etwas und doch genug um dran zu bleiben. Das Ende macht es sich leicht und gibt einem dennoch viel zu denken und interpretieren mit. "The Slayer" hinterlässt eine zwiespältige Faszination und ein surreales Feeling, das nur ganz schwer in Worte zu fassen ist. Ein psychoanalytischer Slasher, der zwischen den Filmzeilen zu einem spricht. Es hört nur nicht jeder seine Worte und es spricht nicht jeder seine Sprache.

Fazit: vielleicht kein Must See aber in jedem Fall ein lohnenswertes Aussenseiterhäppchen im bunten Slasherzirkus, das mich in seinen eigenwilligen und zwischen den Welten wabernden Bann gezogen hat. Schwer zu beschreiben, muss man fühlen. Oder auch nicht. So oder so: für Slasher-Komplettisten mehr als nur eine positive Überraschung irgendwo zwischen "Nightmare On Elm Street" und "Bay of Blood". Die Stimmung macht's und lässt einen blassen Slasher erröten und aufblühen. Oder bilde ich mir das nur ein?

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