Mit den „American Fighter“-Filmen wurde Michael Dudikoff bekannt, also nannte man „The Human Shield“ (ebenfalls aus dem Hause Cannon) in „Marine Fighter“ um.
Doug Matthews (Michael Dudikoff) ist US-Soldat im Golfkrieg, muss jedoch feststellen, dass der von den USA unterstützte Ali Dallal (Steve Inwood) die US-Waffenlieferungen dazu nutzt Zivilisten abzuschlachten. Das sind schon mal Klischees en masse und die Actionsequenz, in der man dies erfährt, ist auch nicht übermäßig spektakulär. Als es zuviel schreitet Doug ein, verpasst der fiesen Möpp eine Narbe, wird verhaft – und Abbruch.
Fünf Jahre später: Dougs Bruder Ben (Tommy Hinkley) wird von den Schergen Alis am Flughafen in Israel aufgegriffen und verschleppt. Doug macht sich auf seinen Bruder zu suchen, auch wenn er ahnt, dass die Entführung nur dazu dient, ihn selbst in die Falle zu locken…
„Marine Fighter“ ist ein eher mauer Cannon-Film und kann gegen andere Dudikoff-Filme aus gleichen Hause wie „Night Hunter“, „American Fighter“ oder „Chain of Command“ nicht anstinken. Lediglich der Schauplatz Israel und der damals noch recht aktuelle Golfkrieg sind mal etwas anderes im B-Actiongenre, doch ein etwas origineller Schauplatz macht auch noch keinen Überfilm.
Problem Nr. 1 ist bei „Marine Fighter“ sicherlich die recht lahme Story: Ein ewiges Hin und Her zwischen Gefangennahme, Ausbruch und Rettungsversuchen, dass durch den glücklichen Zufall beendet wird, dass am Ende Held, Oberfiesling und zu rettende Figuren alle in dieselbe Fabrik kommen und Doug für klare Verhältnisse sorgen kann. Das ist alles mäßig spannend, denn eine richtige Handlung kann man aus den zahlreichen kleinen Aktionen gegen die achso bösen Turbanträger nicht entwickeln. Dann gibt es noch die obligatorische Lobestory zwischen Doug und einer vor Jahren zurückgelassenen Flamme (*gähn*). Diese ist jetzt mit dem Oberfiesling aus ganz besonderen Gründen verheiratet, die den Film etwas interessanter machen, aber auch nicht retten können.
Problem Nr. 2 bei „Marine Fighter“ ist die geringe Actionmenge. Es wird zwar etwas geballert, geprügelt und verfolgt, doch im Vergleich zu anderen Cannon-Produktionen ist enttäuschend wenig los. Dabei weiß Regisseur Ted Post immerhin wie Action auszusehen hat, denn von der inszenatorischen Seite kann den blutigen Shoot-Outs und kurzen Kampfeinlagen keinen Vorwurf machen.
Michael Dudikoff kommt hier mit anderthalb Gesichtsausdrücken durch den Film und liefert eine selbst für seine Verhältnisse mäßige Leistung ab. Hana Azoulay-Hasfari als Love Interest hat direkt einen halben Gesichtsausdruck weniger drauf und Steve Inwood als Aushilfssaddam ist nahe an der Selbstparodie.
Schlussendlich ist „Marine Fighter“ trotz der ordentlichen Inszenierung und gut gemachter Actionszenen nur unterer Durchschnitt, da herzlich wenig Spannung aufkommt und die Auseinandersetzungen mit den fiesen Schergen leider etwas dünn gesät sind.