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"Marine Fighter" ist die letzte Regiearbeit von Ted Post (Calahan, Black Tiger), produziert von der Actionschmiede Cannon. Hauptdarsteller Michael Dudikoff wurde damals Mitte der 80er Jahre durch Filme wie "American Fighter" oder "Night Hunter" bekannt. Da kann "Marine Fighter" nicht mithalten, trotz der damals aktuellen Golfkrieg-Thematik.

1985: Militärberater Doug Matthews (Michael Dudikoff) muss mit ansehen, wie General Ali Dallal (Steve Inwood) ein ganzes Dorf voller Zivilisten niedermetzelt. Doug greift ein und verwundet Dallal.
1990: Ben Matthews (Tommy Hinkley) wird vor der Ausreise aus dem Irak von Dallal und seinen Männern entführt. Dallal will sich somit an Doug rächen und ihn zur Rückkehr in den Irak zwingen. Doug bleibt keine andere Wahl. Dort trifft er seine ehemalige Geliebte Lila (Hana Azoulay-Hasfari), die nun ausgerechnet mit Dallal verheiratet ist und mit ihm sogar einen gemeinsamen Sohn hat. Trotzdem hilft sie Doug der diesmal fest entschlossen ist General Dallal nicht nur zu verwunden.

Wieder mal bekommen wir die Geschichte vom bösen Diktator um die Ohren gehauen. Der bekam zur Unterstützung Waffen aus den USA und porbiert diese gleich an Zivilisten aus. Und überhaupt kann man diesen Dallal nur hassen, denn er hat ausgerechnet Dougs damalige Freundin geheiratet. Welchen Grund dies hat, erfahren wir später. Storytechnisch sieht es hier mau aus, obwohl das mit den Entführungen am Flughafen gar nicht mal abwegig ist. Viele höher positionierte Personen im Irak konnten damals tun, was sie wollten und so lässt Dallal kurzerhand Ben verschleppen. Und so gilt es für Doug sich in Jordanien über die irakische Grenze zu schmuggeln. Gefallen können bei "Marine Fighter" die authentischen Sets, wie Flüchtlingslager, die gut bewachte Grenze oder schon zerbombte Häuser. Es herrscht eine gewollte Monotonie und man fühlt sich als Zuschauer in eine Kriegszone versetzt. Cannon ist ja dafür bekannt, dass kaum Kosten und Mühen gescheut wurden, auch wenn es sich hierbei nur um ein B-Movie handelt. Trotzdem gibt es jede Menge Explosionen, im Finale die obligatorisch blidschirmfüllende, denn da wird eine ganze Fabrik dem Erdboden gleichgemacht.

Leider sieht es actionmäßig ein wenig mau aus, doch die Qualität stimmt. "Marine Fighter" serviert und das ganze Paket, von Autoverfolgungsjagden über Shootouts, bis hin zu old schooligen Keilereien. Während die Verfolgungsjagd mit den Jeeps durch die Wüste noch ein wenig eintönig ist, gefällt die nächste im Parkhaus besser, wo Doug zusätzlich noch von Motorrädern bedrängt wird. Die kleinen Schusswechsel bieten viele blutige Einschüsse, einen recht hohen Munitionsverbrauch, doch Dougs Gegner haben kein Zielwasser gesoffen und treffen nie. Die Zweikämpfe sind zwar nicht unbedingt spektakulär, aber doch gut anzuschauen, einen Endkampf gegen Dallal darf es auch geben. Zwischen den Actionszenen gibt es zwar kleinere Durchhänger, aber insgesamt fühlt man sich von "Marine Fighter" gut unterhalten, auch wenn er vorhersehbar bleibt und nicht sonderlich spannend. Nur Michael Dudikoff dürfte sich ein wenig mehr Mühe geben. Er war nie ein guter Schauspieler, aber hier scheinen seine Fähigkeiten noch beschränkter zu sein. Immerhin verkörpert Steve Inwood (Cruising, Almost Dead) den fiesen Dallal recht gut. Tommy Hinkley (Ocean´s 13, Buried Alive 2) als Ben und Hana Azoulay-Hasfari (Delta Force 3, The Quarry) machen ihre Sache passabel.

Anspruchslose Actionunterhaltung ist allemal drin, obwohl sich zwischendurch immer wieder kleinere Lücken auftun. Doch "Marine Fighter" ist ordentlich gemacht, über den Plot wollen wir mal keine Worte verlieren. Dudi hätte sich mehr Mühe geben können und wird von allen an die Wand gespielt. Auf jeden Fall bleibt ein recht hoher Unterhaltungswert.

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