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Zu Cannon-Zeiten war es B-Star Michael Dudikoff noch vergönnt in ordentlich inszenierten Filmen mitzuwirken. „The Human Shield“ aus dem Jahre 1991 ist ein kleines Novum, da es sich als einer der ersten Filme dem Irakkonflikt annahm. Leider wirkt sich dieses damals brandheiße Thema nicht sonderlich positiv auf den Film aus, obwohl hinter der Kamera der nicht untalentierte Yossi Wein (Genau die Regisseurniete, als Kameramann jedoch ok) stand und als Regisseur immerhin Ted Post („Dirty Harry 2“, „Hängt ihn höher“) verpflichtet worden ist.

Dudikoff gibt hier einen ehemaligen Militärberater, der sich 1985 mit einem hochrangigen irakischen Befehlshaber anlegte und nun seinen Bruder aus dessen Fängen befreien muss. Dieser wurde an seiner Ausreise gehindert und wird nun von Ali Dallal, dem Widersacher von einst, von gefangen gehalten, um Dudikoff, oder besser Doug Matthews, ins Land zu locken. Klar, dass der nicht lange auf sich warten lässt…

Angesichts heutiger Machwerke auf dem B-Sektor ist das Szenario fast schon professionell inszeniert, krankt allerdings an dem größten Problem, dass ein B-Actioner haben kann – zu wenig Action. Abgesehen von zwei kurzen Verfolgungsjagden und einer kleineren Ballerei hat der Film, ausgenommen das explosive Ende, keinerlei interessante Szenen zu bieten, ist mehr Thriller als Actionfilm und das geht mit Dudikoff in der Hauptrolle nicht sonderlich gut.

Da die Story natürlich auch nichts reißen kann und den üblichen Verlauf nimmt, man sich dabei allerdings fragen muss, wie Matthews so völlig ohne Plan in den Irak reisen konnte (Der Zufall hilft dem Jungen doch einige Male), ist Langeweile vorprogrammiert. Spannend wird’s nicht, kniffelig auch nicht und so lechzt man als Genrefan nach den wenigen Actionszenen, die leider nicht über eine routinierte Inszenierung hinauskommen, für die man heute in dem Bereich oft schon dankbar wäre. Neben alte Freunde, trifft Dudikoff auch bald auf seine Ex, die den Oberschurken seinetwegen geheiratet hat und sich nun mit einem Balg herumschlagen muss – wie originell.

So läuft der Film überraschungsfrei, dröge erzählt, mit ein paar Klischees versetzt (Ermordung der Zivilbevölkerung, etc.) und geradlinig auf die finale Konfrontation in einem Fabrikkomplex zu. Dort gibt es neben unspektakulären Schießereien nur ein paar imposante Explosionen und Dudikoffs Endkampf zu bewundern, welchen er dann auch souverän meistert. Ende gut, alles gut.

Fazit:
Für Dudikoff-Fans ist „Marine Fighter“ sicher noch brauchbar, Genrefans sollten hier allerdings nicht zu viel erwarten. Die Action ist rar gesät, die schauspielerischen Leistungen halten sich doch arg in Grenzen und der Plot ist trotz seines interessanten Hintergrunds nur eine Vorlage, um ein paar passende Bösewichte zu schaffen und Vorurteile breitzutreten. Keine Obergurke wie aktuellere Dudikoff-Reißer, von einem guten Genrebeitrag jedoch auch meilenweit entfernt.

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