Eines Nachts machen sich die Kinder einer Schulklasse auf und verlassen ihre Häuser. Alle zur gleichen Zeit, alle rennen in das Dunkel. Nur der junge Alex erscheint am nächsten Morgen zum Unterricht seiner Lehrerin Justine Gandy, die auch gleich von der Elternschaft unter Generalverdacht gestellt wird. Der von Zach Cregger geschriebene und inszenierte Horrorfilm nähert sich dem Szenario dann in Episoden, die grob den gleichen Zeitraum abdecken und irgendwann wieder zusammenlaufen. Diese Erzählweise beleuchtet Geschehnisse aus verschiedenen Blickwinkeln und folgt unterschiedlichen Personen, ist trotz des erzählerischen Ansatzes aber letztlich auch ein Streckungsmittel. Denn wenn man am Ende weiß, was „Weapons“ wie erzählt hat, dann ist das Verlangen nach kleinen Straffungen hier und da schon schwer zu ignorieren.
Die Geschichte selbst behält ihr Mysterium lange Zeit, die spätere Offenlegung lässt sich gut für Spekulationen nutzen. Als Metapher funktioniert das in mehrere Richtungen, was die Einflussnahme auf (insbesondere junge) Menschen angeht, ebenso funktioniert „Weapons“ auch auf einer phantastischen Ebene als Horror mit übernatürlichen Elementen. So oder so ist Cregger eine spannende Inszenierung mit wohldosiertem und effektivem Erschrecken gelungen.
Anteil daran hat auch die Optik. Kamera und Schnitt fallen immer wieder positiv auf, das Ensemble spielt sich ansprechend durch die etwas überdimensionierte Laufzeit. Im Horrorgenre wird man nicht gerade mit inszenatorischem Niveau verwöhnt, „Weapons“ ist hier eine gern genommene Abwechslung.
„I'm too sick for water.“
Wenn die zweite Hälfte plus Auflösung auch nicht ganz mit dem vorigen Aufbau mithalten kann, so bekommt man mit „Weapons“ einen dennoch spannenden und audiovisuell ansprechenden Horror ohne großes Getöse geboten. Kriegt man auch nicht alle Tage.