Leslie Nielsen war ja an sich schon jahrelange Schauspieler, doch erst seine Rolle als „Die nackte Kanone“ machte ihn zum Star.
Frank Drebbin (Leslie Nielsen) ist Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei. Frisch zurück aus dem Urlaub im Beirut muss er erfahren, dass seine Frau durchgebrannt ist und stürzt sich in die Arbeit. Sein Freund und Kollege Norberg (O.J. Simpson) wurde nämlich bei einem Überwachungseinsatz schwer verletzt und Drebbin will wissen, wer die bösen Buben sind...
„Die nackte Kanone“ ist ein Film des ZAZ-Teams (kurz für Zucker, Abrahams, Zucker), wobei die drei hier noch mit ihrem späteren Weggefährten Pat Proft zusammenarbeiteten, mit dem das Team noch weitere Klamaukerfolge verbuchen konnte. Wie bei den meisten ZAZ-Filmen ist die Geschichte nicht weiter von Belang, sondern dient nur als Aufhänger dafür, den trotteligen Helden von einer unmöglichen Situation zur nächsten zu schicken. Doch dank der hohen Gagfrequenz kommt auch bei einer derart dünnen Story keine Langeweile auf, sondern die Laufzeit vergeht wie im Fluge.
Die Gagdichte ist hoch, wobei „Die nackte Kanone“ im Gegensatz zu vielen anderen Klamaukfilmen keine konkrete Vorlage verarscht, sondern das komplette Genre des Polizeifilms. So macht sich der Film des ZAZ-Teams über nahezu jedes Klischees des Genres lustig, angefangen bei der Ehefrau, die den Polizisten wegen seiner Arbeit verlässt, über die Suspendierung des Helden bis hin zur Requirierung eines vorbeikommenden Wagens zwecks Schurkenverfolgung – in diesem Falle eine Fahrschule. Wer die Filme des Genres kennt, wird sich über das Parodieren von Klischees freuen, doch „Die nackte Kanone“ funktioniert glücklicherweise auch dann, wenn man die Vorlagen nicht kennt.
Dafür sorgen die herrlich getimten Slapstickgags, z.B. wenn Drebbin seine Spuren verwischen will und stattdessen ein heilloses Chaos anrichtet oder der Fahrlehrer seiner Schülerin beibringt, wann man den Stinkefinger im Straßenverkehr zu zeigen hat. Besonders toll sind allerdings die Momente, wenn Drebbin mit stoischer Ernsthaftigkeit den größten Blödsinn von sich gibt, z.B. als Nordberg im Krankenbett „Drogen“ flüstert, um ihm zu sagen, welcher Sache er auf der Spur war, Drebbin dies missversteht und die Krankenschwester anweist, sie solle Notberg Drogen zur Beruhigung geben.
Leslie Nielsen hat mit Frank Drebbin auch seine Rolle fürs Leben gefunden: Er spielt den Chaosbullen ohne aus der Fassung zu geraten, egal wie bescheuert die Situation sein mag. Leider musste er derartige Rollen später öfter in minderwertigen Filmen spielen, die nicht an „Die nackte Kanone“ herankamen. Auch die Nebendarsteller vollbringen natürlich kein Oscarreifes Schauspiel, aber besitzen viel Gespür für gut getimte Komik.
Sicherlich, die Story von „Die nackte Kanone“ ist total dünn. Aber dank der absurden Gags und der treffsicheren Parodien fällt das gar nicht auf, zumal die Witze auch bei wiederholtem Sehen nur wenig Abnutzung zeigen.