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Manche mögen eventuell monieren, dass vorliegender Actioner einige grundlegende Ideen vom Klassiker „Speed“ (1994) klaute. Doch davor gab es bereits „Panik im Tokio-Express“ (1975), welcher im Ursprung einige Basiselemente lieferte. Dieser hier ist eine Mischung aus Remake und später Fortsetzung.

Ein Schnellzug rast in Richtung Tokio, voll besetzt mit über 300 Passagieren. Währenddessen geht in der Zentrale eine Mitteilung ein: Unterschreitet der Zug die Geschwindigkeit von 100 Km/h, explodiert eine Bombe. Zugbegleiter Takaichi und Zugführerin Matsumoto haben alle Hände voll zu tun, Panik von den Passagieren abzuwenden und den Terroristen ausfindig zu machen…

Beim klassisch aufgebauten Katastrophenfilm lässt man sich zunächst ein wenig Zeit, eine illustre Runde aus potenziellen Überlebenskämpfern vorzustellen, was hier nur in Ansätzen geschieht. Dadurch kristallisiert sich kaum ein klarer Sympathieträger und erst gar kein eventueller Held heraus, obgleich die Zusammenarbeit der Instanzen im Verlauf zum Pluspunkt wird. Neben zahlreichen tumben Schülern gibt es einen dubiosen Influencer, eine ebenso zweifelhafte Politikerin, einen mit düsterer Vergangenheit und einige Individuen in der Schaltzentrale, welche jedoch außer ihrer latenten Entschlossenheit keinen weiteren Hintergrund erhalten. Darstellerisch gleicht sich das Niveau der eher flachen Figurenzeichnungen an.

Derweil wird die Fahrt als durchweg rasant bebildert. Mithilfe zahlreicher Luftaufnahmen wird die Strecke, aber auch die dazugehörige Geschwindigkeit spürbar, die Kamera arbeitet effektiv, während der Score ordentlich antreibt. Speziell in der ersten Stunde herrscht ein taugliches Tempo, die Unruhe der Figuren überträgt sich unweigerlich aufs Publikum. Mit der Suche nach dem Drahtzieher, der aufgrund kleinere Hinweise relativ schnell gefunden werden kann, büßt der Stoff indes ein wenig Spannung ein, zumal einige Umstände arg konstruiert daherkommen und die Glaubwürdigkeit ein wenig flöten geht.

Hinzu gesellen sich im finalen Akt einige Gefühlsduseleien, worunter die Dynamik ebenfalls leidet. Zudem ist es schade, dass die tollen Effekte nur selten Einsatz finden. Als Vorabwarnung explodiert ein kleiner Zug, später hält sich der Aufwand, bis auf eine finale Rettungsaktion eher in Grenzen. Ein paar Kollateralschäden mehr wären da durchaus wünschenswert gewesen.

Bei einer Laufzeit von 134 Minuten stellen sich unweigerlich kleinere Längen ein, doch klare Durchhänger sind nicht zu verzeichnen. In Sachen Spannung hätte man buchstäblich noch einen Gang hoch schalten können, wobei Freunde sauber gefilmter Action durchaus auf ihre Kosten kommen. Und ein paar geschickt eingebaute Bilder vom Originalfilm kann man als kleines Gimmick ebenso mitnehmen.
6,5 von 10
 

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