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Der britische Premierminister Sam Clarke ist nicht unbedingt gut auf den neu gewählten US-Präsidenten, den ehemaligen Hollywood-Actionheld Will Derringer, zu sprechen, muss sich aber notgedrungen mit diesem zusammenraufen, als die beiden während des Flugs zu einem NATO-Gipfel mit knapper Müh und Not als einzige einen Terror-Anschlag auf die Air Force One überleben und mit dem Fallschirm irgendwo in Belarus runtergehen. Hinter dem Attentats-Versuch steckt der russische Waffenhändler Viktor Gradov, der sich an der Welt für die Ermordung seines Sohns rächen und nun die NATO zwingen will, sich selbst aufzulösen. Mit Hilfe von Clarkes alter Freundin, der MI6-Agentin Noel Bisset, versuchen die beiden Politiker zunächst durch die osteuropäische Pampa zu einem Safe House und anschließend noch rechtzeitig zu dem Gipfeltreffen zu gelangen, während Gradov ihnen seine Killerkommandos auf den Hals hetzt... Obwohl "Heads of State" vielleicht sogar einen Tick besser ist, als der übliche Streaming-Mist, mit dem Amazon Prime und Netflix ihre Abonnenten gemeinhin belästigen, so ist er doch gleichzeitig auch wesentlich enttäuschender als die meisten Filme von der Sorte, die mir zuletzt so unter die Augen gekommen sind. Von der Paarung John Cena/Idris Elba hätte man sich da nämlich eine erheblich bessere Chemie im Zusammenspiel erhofft, doch so mancher angedachte Gag wird da tatsächlich durch unpassendes Comedy-Timing schlicht verhauen... und selbst das kombinierte Charisma beider Hauptdarsteller reicht da nicht wirklich aus, um den Betrachter solche Namen wie "Trump", "Cameron" und "Johnson" vergessen zu machen und ihm aktuell so ein Politiker-Pack als Sympathie-Träger zu verkaufen. Dass "Heads of State" mit seinen hingefaketen Action-Set-Pieces vo 'nem Green Screen fast ebenso schlecht aussieht, wie vor Kurzem erst die Amazon-Lachnummer "G20" und tatsächlich kaum "handgemachtes" Spektakel auffährt, ist hingegen direkt indiskutabel, wenn man sich vor Augen hält, dass Regisseur Ilya Naishuller ja auch für das 2021er-Genre-Highlight "Nobody" verantwortlich zeichnet... und der Streifen hatte mal doch in jeder nur denkbaren Beziehung erheblich mehr Bums! So sorgt die Chose ergo leider nicht durchgängig für gutes, hirnloses Entertainment, sondern es müssen in vielen (produktionstechnischen) Bereichen Abstriche in Kauf genommen werden... mal ganz abgesehen davon, dass Jack Quaid, der einem von Hollywood gerade hart aufs Auge gedrückt wird, auch wieder einen nervigen Auftritt hat und nicht mal von einer Kugel im Kopf gestoppt werden kann (Mid-Credit-Szene!). Mittendrin ist man kurz erstaunt, weil es den Anschein hat, als wäre entgegen zeitgeistiger Wokeness-Vorgaben die schwarze, beste Freundin des Präsidenten die Verräterin in den eigenen Reihen, aber am Ende ist da in Wahrheit natürlich doch Carla Gugino als weiße Vizepräsidentin die Bitch, wie hätte es auch anders sein sollen? Ach ja, ich bin mir noch nicht sicher, ob ich da den Umstand, dass hier ein gebürtiger Russe einen Film gemacht hat, der sich explizit FÜR den Erhalt der NATO ausspricht, angesichts der momentanen weltpolitischen Lage unter "Ironie" verbuchen soll oder nicht, zumal man hier zwischendurch ja doch irgendwie von oben herab belehrt wird wie ein Dreijähriger. Fazit: Als John Cena-Radau-Streifen leider genau so mittelmäßig wie "Freelance" oder "Zwölf Runden" und insgesamt nicht ansehnlicher als Gareth Evans' 2025er-Streaming-Flop "Havoc" und auch genauso lau wie dieser... und ich fand ihn auch wesentlich weniger amüsant und clever, als er es nach dem Trailer eigentlich hätte sein sollen. Dass Paddy Considine nur wenige Wochen nach dem (noch sehr viel mieseren) "Deep Cover" in einer anderen Amazon-Produktion erneut den Schablonen-Bad-Guy gibt, ist schon ein wenig traurig, wenn man bedenkt, dass sein Regie-Debüt "Tyrannosaur - Eine Liebesgeschichte" einer der besten Filme der letzten Dekade gewesen ist und man ihm danach eigentlich den Sprung hinter die Kamera gegönnt hätte... aber mit 08/15-Rollen in hirnlosem Action-Comedy-Krempel lässt sich wohl leichter Kohle einfahren als mit unbequemen Dramen...

5/10

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