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Seinerzeit galt die Verfilmung der „Twilight“-Saga als Sprungbrett für zahlreiche Jungmimen. Doch im Grunde spielt lediglich Kristen Stewart ab und an in der ersten Liga mit, während Schauspieler wie Cam Gigandet oder Kellan Lutz in Gefilde des B oder gar C Films abgerutscht sind. Immerhin stehen sie hier mal wieder gemeinsam vor der Kamera.

Nach einigen traumatischen Erlebnissen kehrt Luke (Kellan Lutz) nach Jahren wieder in seine Heimatstadt in New Mexiko zurück und arbeitet fortan als Sheriff, was dem hiesigen Deputy (Cam Gigandet) zunächst gar nicht passt. Doch Luke wird sogleich eingespannt, als ein auswärtiger Buchhalter suizidiert in seinem Fahrzeug aufgefunden wird, in welchem satte fünf Millionen Dollar versteckt waren. Die Spur führt ihn zu einem Drogenkartell…

Regisseur Marty Murray hatte sich 2014 mit dem Horrorfilm „Paranormal Island“ reichlich verhoben, während er hier mit einem Crossover aus Drama, Thriller und Action partiell nicht gänzlich daneben liegt. Rein handwerklich geht die Chose in Ordnung, doch Teile der Geschichte scheinen auf den Wurzeln eines klassisch angelegten Westerns zu beruhen: Der einsame Wolf als Rächer der Gerechten, dazu eine bewegte Vergangenheit, ein enttäuschtes Love Interest, doch zumindest eine bedingungslose Entschlossenheit, um den Fall, auch in gefährlichen Gefilden des Kartells anzugehen.

Demzufolge taugt die Hauptfigur durchaus als Sympathieträger, obgleich ihm die Aufklärung des Falles in regelmäßigen Abständen mit wenig Aufwand entgegen geflogen kommt.
Hier wird mal eine Zeugin befragt, dort mal einen Mittelsmann, um binnen kurzer Zeit an die Spitze des Kartells vorzudringen, an welcher sich gegen Finale noch ein, zwei kleine Überraschungen ergeben. Es kommen eine Menge Archetypen zusammen, die überwiegend dämlich und unüberlegt handeln, damit der Sheriff erst gar nicht das FBI einschalten muss, was vor Jahrzehnten noch eine typische Rolle für Clint Eastwood gewesen wäre: Die Hauptfigur ist das einzige Gesetz weit und breit.

Doch auch in der Jetztzeit ticken die Gepflogenheiten im Wilden Westen anders, da selbst Gerichtsmediziner keine Handschuhe benötigen und essenzielle Beweismittel mal eben mit den nackten Fingern in die Privatkleidung des Ermittlers befördert werden. Etwas lohnenswerter gestalten sich hingegen die finalen Minuten. Da wird ordentlich geballert, das CGI-Blut schaut nicht gänzlich künstlich aus und die Lokalität eines Hotels im Arizona-Style gibt genügend Raum für kleine Stelldichein.

Schade um einige unnötige Nebenhandlungsstränge, welche keinen ordentlichen Fluss entstehen lassen und ebenfalls schade um die größtenteils passabel aufspielenden Darsteller.
Trotz kleiner Twists hält sich das Mitfiebern arg in Grenzen, Suspense kommt erst zum Showdown auf und dazwischen untermauern Schnitte mit langen Schwarzblenden, dass der Regisseur an der optimalen Aufteilung der Erzählung augenscheinlich zu knabbern hatte.
4,5 von 10



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