Der junge Hee-joon ist von einer der zwölf Manifestationen besessen. Da eine psychiatrische Behandlung keinen Erfolg bringt und die katholische Kirche einen Exorzismus verbietet, wendet sich die verzweifelte Mutter an die hartgesottene Schwester Junia. Gemeinsam mit der kritischen Schwester Michaela beginnt sie die Teufelsaustreibung – und damit einen Kampf gegen dunkle Mächte.
Und noch ein Exorzismus Film. Nachdem ich ja schon bei dem Pacino Vehikel darum gebeten hatte, diese Kapitel jetzt bitte zu schließen, kommen jetzt die Südkoreaner auch noch mit einem Beitrag – immerhin ist das zumindest etwas Neues, wobei DARK NUNS ein Spin-off von PRIESTS ist, den ich aber nie gesehen habe.
Nun ergeben sich natürlich ein paar Neuheiten. In Südkorea ist ein Exorzismus laut google mehr als ungewöhnlich und auch die Erlaubnis dafür von der Kirche zu bekommen, wohl sehr schwierig, was wohl auch damit zusammenhängt, dass man in dem Land nicht so viele christliche Gläubige hat, wie etwa in Italien oder allgemein in Europa. Daher sieht man da auch mal von der üblichen Verfahrensweise ab.
Auch wird dieser hier nicht von einem Priester durchgeführt, sondern von zwei Nonnen, die hierfür aber eigentlich gar nicht ausgebildet sind.
Der größte Unterschied jedoch ist, dass einer der beiden Damen im Pinguin Kostüm nun wahrlich nicht dem Bild der untertänigen Gottesdienerin entspricht, denn Madame raucht und flucht gerne und nimmt auch sonst ihr Gelübde nicht ganz so ernst. Die Stellen, an denen sie auftritt, sind dann auch die Highlights des Streifens, weil man das so noch nicht gesehen hat, da sonst immer fromme Priester agieren. Ich empfand das als sehr erfrischend.
Nun muss man sagen, dass Streifen (insbesondere im Horrorgenre) aus den asiatischen Ländern in den meisten Fällen doch eine etwas langsamere Gangart bevorzugen. Das dürfte auch der Grund sein, wieso der Film nicht wirklich gut bewertet wird.
Ich persönlich sehe das aber anders, denn ich finde den Aufbau und das Beleuchten der Hintergründe und wie so etwas in Südkorea gehandhabt wird, eigentlich recht interessant und eben auch mal was völlig anderes, was dem ausgelutschten Genre gut tut.
Gegen Ende dreht der Streifen dann auch richtig auf und muss sich wirklich nicht gegenüber den vermeintlichen Vorbildern verstecken, denn Kamera und auch Effekte sind einwandfrei und stehen amerikanischen Produktionen in nichts nach.
Fazit: Wer keine Probleme damit hat, dass der Streifen erst später in die Gänge kommt und hier auch die Hintergründe und Vorgehensweisen der Kirche etwas intensiver beleuchtet werden, und zudem weiß, dass asiatische Streifen eh einen anderen Stil haben, dem könnte DARK NUNS durchaus gefallen. Menschen die den Nonsens mit Russell Crowe mochten eher nicht.
6,2